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Projekt

Das Projekt Jüdische Lebenswelten im 20. und 21. Jahrhundert fußt nicht auf einer gemeinsamen Herkunft oder Religion der Initiatoren, sondern auf persönlichem Interesse, Lesebegeisterung und dem Wunsch, die Erinnerung lebendig zu halten. In erster Linie fragen wir uns, wie die jüdische Identität vor dem Ausbruch radikalisierter Judenverfolgung im Dritten Reich ausgesehen hat und wie sie durch die Verfolgung und schließlich Auslöschung fast eines gesamten Volkes verändert wurde.

Wie haben Juden ihre Erfahrung literarisch verarbeitet? Wie werden die Fragmente jüdischer Identität in Romanen und Erzählungen wieder zusammengesetzt oder aber neu entworfen? Wie gehen die nachfolgenden Generationen mit der ungeheuren Last dieser Vergangenheit um?

Um dieses literarische Bild abzurunden, nehmen wir auch jene Texte auf, die entweder aus der Perspektive der Verbrecher, Kollaborateure und stillen Wegschauer erzählen oder vornehmlich aus nicht-jüdischer Sicht gestaltet sind. Darunter fallen solche Klassiker wie Grass‘ Die Blechtrommel oder neuere Romane wie Jonathan Littells Die Wohlgesinnten.

Zudem versuchen wir, die geschichtlichen Hintergründe zu beleuchten, indem wir Begriffe und Ereignisse erläutern, Orte des Gedenkens aufsuchen sowie einzelne Menschen porträtieren. Was ist in der Reichskprogromnacht geschehen? Wie haben sich jüdische Intellektuelle zu den Vorgängen im Dritten Reich positioniert? Welche Spuren jüdischen Lebens blieben erhalten? Wie arbeiten Erinnerungsorte das Geschehene auf, mit welchen Mitteln vermögen sie es, Ehrfurcht, Wut und Trauer im Betrachter auszulösen?

Doch nicht nur um die Vergangenheit geht es uns, sondern auch um Gegenwart und Zukunft. Wir wollen einen Blick werfen auf bestehende jüdische Institutionen, auf jüdische Lebensart mitten unter uns. Wir folgen aktuellen Debatten und lesen Texte junger jüdischer Autoren, die – über die Holocaust-Erfahrung hinaus – ihre Identität hinterfragen, sie neu konstruieren und im Heute verankern. Und wir möchten interessante Webseiten, Artikel und Wissenswertes mit euch teilen.

Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Hier soll kein allgemeingültiger Katalog entstehen, sondern ein virtueller Erinnerungsort, eine Fundgrube für alle Interessierten.

Einen weiteren Einblick in das Projekt gewährt das Interview der Klappentexterin.

Das im Header verwendete Bild stammt von Why Israel?

Diskussionen

3 Gedanken zu “Projekt

  1. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Projekt!

    Dieser Blog ist bereits auf der Seite Blogs über Bücher, Kultur und Leben bei Durchleser verlinkt …

    Viel Erfolg wünscht Durchleser bzw. Durchleserin!

    Verfasst von durchleser | 4. Mai 2011, 07:43

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