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Roman

Diese Kategorie enthält 57 Beiträge

Francesca Segal – Die Arglosen

Ursprünglich veröffentlicht auf Literaturen:
Francesca Segal ist eine englische Autorin und Journalistin. Sie ist die Tochter von Erich Segal, der 1970 mit Love Story seinen Durchbruch als Autor feierte. Sie veröffentlichte u.a. Artikel im Granta Magazine, dem Guardian und dem Daily Telegraph. Die Arglosen ist Segals Debüt. Es wurde bereits mit dem Costa…

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

Ursprünglich veröffentlicht auf lesewelle:
Mordechai Wolkenbruch, schlicht Motti genannt, ist fünfundzwanzig Jahre alt und orthodoxer Jude. Seine Mutter führt in der Familie das Regiment und befindet, dass es Zeit wäre, dass auch ihr Jüngster endlich heiraten sollte. Heiratswillige jüdische Kandidatinnen gibt es genügend und gar manches Treffen mit anderen Müttern und ihren Töchtern finden nicht ganz…

Waldtraut Lewin: Leo Baeck. Geschichte eine deutschen Juden

Er war wohl einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Judentums des 20. Jahrhunderts, der Rabbiner Leo Baeck, dessen Leben die Autorin Waldtraut Lewin in dieser beeindruckenden Romanbiographie eingefangen hat. In einem gelungenen Wechsel schiebt sie immer wieder dokumentarische Teile ein in die literarisch anspruchsvoll geschilderte Lebensgeschichte eines Mannes, der, als die Nazis 1933 an die Macht kommen, schon lange einer der einflussreichsten Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland war.

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Iris Hanika: Das Eigentliche

Es gibt Bücher, die lassen dich mit unzähligen Fragen zurück. Die lösen in dir etwas aus, ohne dass du dieses Etwas greifen kannst. Bücher, die dich regelrecht sprachlos machen; du willst etwas über sie sagen, aber du weißt nicht, was. Oder wie. Dabei scheinen sie dich geradezu aufzufordern, den Mund aufzumachen und Stellung zu beziehen. Das Eigentliche der deutschen Schriftstellerin Iris Hanika, deren Debütroman Treffen sich zwei 2008 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gewählt wurde, ist ein solches Buch. Es hat nichts Geringeres als das Gedenken an die Verbrechen der Nationalsozialisten zum Gegenstand, und obwohl ich mich mit diesem Thema schon auf vielfältige Weise befasst habe, fällt mir der Zugang zu diesem Text schwer. Und noch schwerer fällt es mir, meine Leseeindrücke in die wohlgeordnete Form einer Rezension zu bringen.

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David Bezmozgis: Die freie Welt

In einer von autobiographischen Reminiszenzen nicht freien Geschichte erzählt der jüdische Autor David Bezmozgis von der jüdisch-lettischen Familie Krasnansky aus Riga, die 1978 aus der Sowjetunion ausreist, ohne im Westen ein genaues Ziel zu kennen. Anders als viele Autoren, die den Schwerpunkt ihrer Auswanderungsgeschichten, seien sie nun von Juden erzählt oder von anderen, auf die schwierige Ankunft und die problematische Integration am neuen Zufluchtsort legen, geht es in David Bezmozgis‘ Roman um jene fünf Monate, die die Familie Krasnansky in ihrem Transitland Italien an einem Ort in der Nähe von Rom verbringt.

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Josha Zwaan: Parnassia

Josha Zwaan wurde 1963 geboren, sie schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und arbeitet als Coach und Prozessbegleiterin. Ein Thema, mit dem sie sich lange beschäftigt hat, ist das Schicksal jüdischer Kinder, die den Holocaust in christlichen Pflegefamilien überlebt haben und anschließend nicht in ihre ursprüngliche Familie zurückgekehrt sind. Parnassia – ihr Debütroman – widmet sich genau diesem Thema und beruht auf historischen Begebenheiten.

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David Grossman: Aus der Zeit fallen

David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren und gehört heutzutage zu den wichtigsten israelischen Schriftstellern. 2010 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zuletzt erschienen von ihm 2009 der Roman Eine Frau flieht vor einer Nachricht und im vergangenen Jahr Die Umarmung. Aus der Zeit fallen ist sein neuester Roman. Wir sind hier und er ist dort, grenzewig zwischen hier und dort.

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Vladimir Jabotinsky: Die Fünf

Odessa um die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende… eine „fröhliche“ Stadt voller Lebensfreude, Esprit, Kultur und Geschäftigkeit, eine junge Stadt am Schwarzen Meer, eine Heimat für Russen, Ukrainer, Bulgaren, Griechen und vor allem auch Juden. Ein gegenseitiges Sichbefruchten verschiedener Kulturen, hundert Sprachen sind zu hören, Musik für die Ohren… „Diese ersten Jahre des Jahrhunderts hießen damals ‚Frühling‘: ein gesellschaftliches und staatliches Erwachen„, welches mit dem individuellen Frühling des Erzählers, eines jungen Mannes, zusammenfielen.

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Cécile Wajsbrot: Aus der Nacht

Ähnlich wie das die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron auf beeindruckende und erschütternde Weise in ihren Büchern tut, etwa in dem sehr empfehlenswerten Roman Der Anfang von etwas Schönem (Jüdischer Verlag 2007), spürt auch die französische Schriftstellerin Cécile Wajsbrot in Aus der Nacht der Frage nach, wie die Kinder der Überlebenden der Shoa ihr Leben bewältigen können, wie sie es schaffen, die dicke Mauer des Schweigens ihrer Eltern zu durchbrechen und einen inneren Kontakt zu schaffen zu dem, was doch auch ihre Geschichte ist. Im Unterschied zu Lizzie Doron, deren Mutter in Auschwitz war und die in Israel lebt, schreibt Cécile Wajsbrot aus einer französischen Perspektive.

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Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Ich glaube, ein derartiges Buch las ich noch nie: Edmund de Waals Der Hase mit den Bernsteinaugen – Biographie, Autobiographie, Reisebuch, kunstgeschichtliche Spurensuche, Familiengeschichte, jüdisches Leben … Das Buch enthält eine solche Fülle an Themen, die mich noch dazu alle interessieren, dass es mich ganz und gar fesseln und begeistern konnte. Der Stil, weitgehend berichtend, ist dennoch einfühlsam und durchsetzt mit persönlichen Erinnerungen und Eindrücken des Autors.

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Pierre Assouline: Die Kundin

Pierre Assouline taucht mit diesem Roman ein in das „Goldene Zeitalter der Denunziation“, das in Frankreich unter der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg ausgebrochen war. Diese Zusammenarbeit der Franzosen, sowohl staatlicher Stellen wie auch der von Privaten, mit den Deutschen, ist ein dunkles Kapitel der französischen Geschichte, ein Abschnitt, an den sich zu erinnern den Franzosen auch heute noch schwerfällt. Sie muss ein erhebliches Ausmaß angenommen haben, so dass die deutschen Behörden schon gar nicht mehr alles lasen, denn der Erzähler in Assoulines Geschichte findet bei seinen Recherchen massenhaft ungeöffnete Briefe von Franzosen an die Besatzungsbehörden. Weiterlesen

Ursula Krechel: Landgericht

Sorgfältigen Beobachtern der deutschsprachigen Literaturszene ist die Schriftstellerin, Essayistin und Lyrikerin Ursula Krechel schon lange ein Begriff. Schon in ihrem letzten Buch Shanghai fern von wo, in dem sie sich zum ersten Mal an einem Roman versucht hatte, beschrieb sie detailliert das Schicksal jüdischer Emigranten in Shanghai und hatte viele Jahre dafür recherchiert. In Rahmen der Recherchearbeiten fiel ihr auch Material in die Hände, das sie nun nach jahrelanger Arbeit in den Roman Landgericht gefasst hat, der in diesem Jahr mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Erzählt wird die Geschichte des jüdischen Richters Richard Kornitzer, der dem Holocaust rechtzeitig entkommen konnte.

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Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend

Ruth Klüger wurde 1931 als Susanne Klüger in Wien geboren. Aus der ersten Ehe ihrer Mutter hatte sie einen älteren, in Prag lebenden Halbbruder, Ruth Klüger selbst stammt aus deren zweiter Ehe mit einem wiederum aus kinderreicher, armer Familie kommenden jungen Mann, der studiert und sich als Frauenarzt in Wien niedergelassen hat. Es ging ihnen gut. Doch die Zeiten änderten sich. Die Achtjährige, die angestrengt und Schlaf vortäuschend dem Getuschel der Erwachsenen lauscht, hört diese vom Tod reden. Von Buchenwald und von Hans, der zurückgekommen ist und schweigt über das, was dort passiert ist. Gefoltert hat man ihn und Folter ist etwas, was man im Leben nicht mehr hinter sich lässt.

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Edgar Hilsenrath: Der Nazi & der Friseur

Es ist schon eine provozierende Konstellation, die der Autor für seinen Roman gewählt hat. Der Nazi & der Friseur: ein makabres Rollenspiel, in dem der Max Schulz die Hauptrolle innehat. Aber der Reihe nach… Im Mai 1907 wurden in einem kleinen schlesischen Städtchen, Wieshalle, zwei Jungen geboren, praktisch gleichzeitig: der Max Schulz und der Itzig Finkelstein. Noch spielt es zwar nicht die große Rolle (das sollte sich später dann ändern), aber so wie der kleine Itzig Finkelstein ein Jude war mit frommen jüdischen Eltern, war der ebenso kleine Max Schulz arisch bis ins x-te Glied, wie man es später nannte. Und auch ansonsten unterschieden sich die beiden Knaben…

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Nir Baram: Der Wiederträumer

Der 1977 geborene Nir Baram hat einen bitterernsten Roman geschrieben, in dem sich permanent die Ebenen verschieben. Es scheint, als wolle er sich damit in die Tradition der alttestamentlichen Propheten stellen, die auch oft durch Träume und ihre Interpretation ihre Kritik an den herrschenden politischen und religiösen Verhältnissen in Israel ausdrückten. Barams Buch kann gelesen werden als eine Parabel auf die Zustände im heutigen Israel. Vor lauter Erinnerungen und Träumen, vor lauter schwerer Vergangenheit wird die Gegenwart und erst recht die Zukunft verpasst.

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