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Hintergründe

Diese Kategorie enthält 27 Beiträge

Francesca Segal – Die Arglosen

Ursprünglich veröffentlicht auf Literaturen:
Francesca Segal ist eine englische Autorin und Journalistin. Sie ist die Tochter von Erich Segal, der 1970 mit Love Story seinen Durchbruch als Autor feierte. Sie veröffentlichte u.a. Artikel im Granta Magazine, dem Guardian und dem Daily Telegraph. Die Arglosen ist Segals Debüt. Es wurde bereits mit dem Costa…

Die Bücherverbrennung

Ursprünglich veröffentlicht auf lesewelle:
Bertold Brecht an Oskar Maria Graf: Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen Öffentlich zu verbrennen, und allenthalben Ochsen gezwungen, Karren mit Büchern Zu den Scheiterhaufen zu ziehen, entdeckte ein verjagter Dichter, einer der Besten, die Liste der Verbrannten studierend, entsetzt, dass seine Bücher vergessen waren. Er eilet…

Waldtraut Lewin: Leo Baeck. Geschichte eine deutschen Juden

Er war wohl einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Judentums des 20. Jahrhunderts, der Rabbiner Leo Baeck, dessen Leben die Autorin Waldtraut Lewin in dieser beeindruckenden Romanbiographie eingefangen hat. In einem gelungenen Wechsel schiebt sie immer wieder dokumentarische Teile ein in die literarisch anspruchsvoll geschilderte Lebensgeschichte eines Mannes, der, als die Nazis 1933 an die Macht kommen, schon lange einer der einflussreichsten Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland war.

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Kreativwettbewerb „Jüdisches Leben heute“

Was wäre, wenn jungen Leuten die Chance eröffnet würde, Fragen an Menschen jüdischer Herkunft bzw. Experten zu richten und unter Einsatz moderner Medien selbst ein Projekt durchzuführen? Die Konrad-Adenauer-Stiftung möchte dies Wirklichkeit werden lassen. Jugendliche und junge Erwachsene können an unserem Kreativwettbewerb „Jüdisches Leben heute“ teilnehmen, welcher ihnen eine neue Perspektive auf das jüdische Leben verspricht. Sie sollen sich gestalterisch oder dokumentarisch mit jüdischem Leben heute befassen: sei es mit Videos, Animationen, Grafik-Designs, Musikstücken, Homepages, Zeichnungen oder auch Texten.

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Ari Rath: Ari heißt Löwe. Erinnerungen

Die hier vorliegenden Erinnerungen von Ari Rath, eines 1925 in Wien geborenen Juden, der nach seiner Emigration 1938 nach Palästina über viele Jahre aktiv in der Kibbuzbewegung tätig war, sind eindrucksvoll und bewegend. Ab 1958 arbeitete er als Redakteur, ab 1975 dann als Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, die unter seiner Leitung zu einer weltweit anerkannten und in ihrer politischen Haltung geschätzten englischsprachigen Zeitung in Israel wurde.

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Gershom Gorenberg: Israel schafft sich ab

Über kaum einen Konflikt wird so viel und so kontrovers diskutiert wie über den Nahostkonflikt – gerade in Deutschland mit seiner historischen Verantwortung für den Staat Israel. Aber wie immer sind es die Menschen, Israelis und Palästinenser, die einen hohen Preis für diesen Konflikt bezahlen. Nun ist ein Buch des orthodoxen Juden Gershom Gorenberg erschienen, eines der renommiertesten Experten für den Nahostkonflikt und die Geschichte Israels. Eines Israels, aus dem er „mit gespaltener Seele“ schreibt. Denn so wie er selbst ist auch sein geliebtes Land „gespalten zwischen seinen religiösen Idealen und religiösem Fanatismus“.

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Katinka Zeuner: Jalda und Anna

„Es darf Spaß machen, jüdisch zu sein“, sagt Jalda zu Beginn des Films. Und fügt hinzu: „Das ist jetzt sehr verkürzt formuliert. Der Weg, der dazwischen liegt, war heftig.“ Diesen Weg haben die Filmemacher Katinka Zeuner und Benjamin Laser zweieinhalb Jahre begleitet. Die Künstlerinnen Jalda Rebling und Anna Adam leben zusammen in Berlin Prenzlauer Berg. Sie sind beide Jüdinnen. Und sie sind die „erste Generation danach“, Töchter von Frauen, die Auschwitz überlebten. Dies hat ihr Leben und ihr Gefühl zum Jüdischsein zutiefst geprägt. Judentum war für sie von klein auf verbunden mit Verlust, Schwere und ungelebter Trauer.

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Rachel Shabi: Wir sehen aus wie der Feind. Arabische Juden in Israel

Mit ihrem ersten Buch hat die aus einer Familie irakischer Juden stammende, in Israel geborene und in England aufgewachsene Journalistin Rachel Shabi einen Konflikt beschrieben und in seinen historischen Dimensionen gezeigt, der den Staat Israel und seine Gesellschaft prägt und quält seit seiner Gründung. Die Rede ist von dem Verhältnis zwischen den Juden, die aus Europa stammen, den sogenannten Aschkenasim, und den orientalischen Juden, die Misrachim genannt werden. Wurzeln die ersten in der europäischen Kultur und Tradition, haben die zweiten ihre kulturellen Wurzeln in den Gesellschaften der arabischen Länder des Nahen Ostens.

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Ágnes Zsolt: Das rote Fahrrad

„Dem Publikum neue Werte aufzudrängen, die es nicht will, ist die wichtigste und schönste Mission des Verlegers.“ Mit diesem Diktum von Samuel Fischer aus dem Jahr 1859 als Motto geht ein neuer Verlag in Wien an die Öffentlichkeit. Er nennt sich Nischen Verlag und hat mit seinem ersten Programm drei Bücher publiziert aus der Geschichte Ungarns im 20. Jahrhundert.
Eines davon ist das vorliegende, 1949 zum ersten Mal in Ungarn veröffentlichte Tagebuch von Éva Heymann, der 13-jährigen Tochter von Ágnes Zsolt, die in zweiter Ehe mit dem berühmten ungarischen Schriftsteller und Politiker Bela Zsolt verheiratet war.

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Alexa Karolinski: Oma & Bella

Die Küche ist so winzig, dass die zwei Frauen sich kaum bewegen können. Und doch kochen sie hier stets gemeinsam. Eine schneidet beflissen die Möhren und Zwiebeln, während die andere die vorbereiteten Zutaten in der Pfanne anbrät. Regina Karolinski (85) und Bella Katz (89) leben in einer Art Wohngemeinschaft. Ihr hohes Alter ist dabei kein Hindernis, sondern eher noch das Motiv des Zusammenlebens – die Entscheidung, in einer gewissen Rüstigkeit für sich zu sorgen und aufeinander zu achten. Oma & Bella ist vordergründig als ein Film über Freundschaft zu betrachten. Die Dokumentation Alexa Karolinskis, ihrerseits Enkelin von Regina, feierte bei der diesjährigen Berlinale Premiere in der Reihe „Das Kulinarische Kino“.

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Johannes Tuchel: Hedwig Porschütz

Einige Tausend Juden überlebten den Zweiten Weltkrieg in Berlin, Kulke [4] spricht von 1.700, die versteckt wurden, andere Quellen reden von 9.000 [7] Überlebenden. Dies zeigt zweierlei: Es war möglich, im Dritten Reich Zivilcourage und Menschlichkeit zu zeigen, und diese stille, leise, oft lebensrettende Art des Widerstands wurde auch geleistet. Viel zu wenig, in viel zu geringem Ausmaß, aber es gab sie. Es war ein Widerstand, der mit hohem persönlichem Risiko verbunden war, der über eine lange Zeit geleistet werden musste und durch den jeder Helfer natürlich selbst in das Schussfeld der Judenjäger geraten ist.

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Hilde Schramm: Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux

Dora Lux hat keinen Wikipedia-Eintrag. Recherchiert man im Internet über sie, wird man nicht fündig werden. Dabei ist das Leben dieser Frau nicht nur interessant, ihr Lebenslauf ist vor dem geschichtlichen Hintergrund wahrscheinlich einmalig. Dora Lux gehörte zu den ersten Abiturientinnen, als sie und ihre Schwester Annemarie 1901 die Schule in Berlin abschlossen. Anschließend waren Dora und Annemarie eine der ersten Frauen, die studieren konnten. Sie war auch eine der ersten wissenschaftlich ausgebildeten Lehrerinnen in Deutschland.

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Jorge Semprún: Die große Reise

Eigentlich wollte ich die Vorstellung des Buches von Semprún [12] in etwa wie folgt beginnen: Das Buch handelt von den Erinnerungen eines jungen Mannes an eine lange Eisenbahnreise in einem überfüllten Waggon. Während dieser langen, langweiligen und unbequemen Reise kommen ihm Gedanken an seine Vergangenheit, die noch nicht reich an Jahren, jedoch an Ereignissen ist. Er erzählt diese Reise aus der Rückschau, sechzehn Jahre nachdem er sie getätigt hat, und so flicht er auch die Begebnisse ein, die sich am Ende der Reise, das inmitten Deutschlands lag, ereigneten. – Aber das würde dem Buch und dem Inhalt nicht gerecht werden. Also fange ich noch einmal von vorne an…

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Tanja Grinberg: Jew.De.Ru

Das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam 2012 endet am Sonntag, dem 17. Juli, mit zwei Filmvorstellungen im Kino Toni in Berlin Weißensee. Eine davon war der Dokumentarfilm Jew.De.Ru von Tanja Grinberg. Schon der Trailer machte neugierig, denn man schwankt doch zwischen Belustigung und Schock. Zu Beginn des Filmes werden drei Fragen gestellt: Was verbindet ihr mit dem Begriff „Juden“? Wie viel Juden leben heute in Deutschland? Was sind jüdische Kontingentflüchtlinge? Bereits hier fühlt sich der Zuschauer mit dem Fakt konfrontiert, dass im Geschichtsunterricht zwar oft über die Zeit des Holocaust gesprochen wird, aber oftmals nicht über die jüdische Geschichte und erst recht nicht über gelebte, jüdische Gegenwart.

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Literatur gehört zum Mobiliar in meinem Kopf – Lesung mit Ruth Klüger

Am 18. Juni war Ruth Klüger in Bremen und hat im Haus der Wissenschaft aus weiter leben und unterwegs verloren vorgelesen; organisiert wurde die Lesung vom IFKUD, dem Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien. Besonders schön fand ich, dass – trotz Fußballs – der Andrang enorm war. Noch kurz vor Beginn der Lesung mussten weitere Stuhlreihen angebaut … Weiterlesen