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Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig http://phileablog.wordpress.com/
Petra Gust-Kazakos hat geschrieben 8 Beiträge für Jüdische Lebenswelten

Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Ich glaube, ein derartiges Buch las ich noch nie: Edmund de Waals Der Hase mit den Bernsteinaugen – Biographie, Autobiographie, Reisebuch, kunstgeschichtliche Spurensuche, Familiengeschichte, jüdisches Leben … Das Buch enthält eine solche Fülle an Themen, die mich noch dazu alle interessieren, dass es mich ganz und gar fesseln und begeistern konnte. Der Stil, weitgehend berichtend, ist dennoch einfühlsam und durchsetzt mit persönlichen Erinnerungen und Eindrücken des Autors.

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Stephen Fry: Geschichte machen

Stephen Fry ist Cineasten sicher als Schauspieler bekannt, zum Beispiel aus Peter’s Friends oder als Oscar himself in Oscar Wilde. Das übrigens so perfekt, dass die leider eingegangene Wochenzeitung DieWoche damals titelte „Born to be Wilde“. Nun also Fry als Autor. Es geht um Zeitreisen, was ich gerne mag, vor allem wenn die Resultate diverser Eingriffe in die Vergangenheit intelligent erzählt werden. Wie in diesem Roman.

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Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten

Dieses hervorragende Buch basiert auf Gesprächen mit Gad Granach, die Hilde Recher, Henryk M. Broder und Michael Bergmann geführt haben, und bewahrt den Charme, den trockenen Humor und den gesunden Menschenverstand Granachs aufs Schönste. Gad Granach ist der Sohn des Schauspielers Alexander Granach und der bürgerlichen, politisch engagierten Martha.

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Nicole Krauss: Die Geschichte der Liebe

Dies ist eine sehr schöne und bemerkenswerte Geschichte, sprachlich überzeugend (am Ende fast experimentell) mit einer überraschenden Wende und einem wunderbar melancholischen Ende. Dabei geht es natürlich nicht um eine historische Spurensuche, während die Geschichte der Liebe im Allgemeinen erforscht wird. Es geht eher um die Geschichte einer Liebe. Einer ganz besonderen.

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Edgardo Cozarinsky: Man nennt mich flatterhaft und was weiß ich …

„Geschichten werden nicht erfunden, sie werden vererbt.“ So spricht der ehemalige Bandoneon-Spieler Samuel Warschauer, der kurz darauf in einem Altenheim in Buenos Aires stirbt. Der junge Mann, ein angehender Journalist, aus dessen Perspektive der Roman erzählt ist, hat keine Gelegenheit mehr, Warschauer eingehender nach der Geschichte des jiddischen Theaters zu fragen.

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Charles Lewinsky: Melnitz

Ein großartiger Roman ist diese jüdische Familiensaga aus der Schweiz. Sie beginnt 1871 mit dem Ehepaar Golde und Salomon Meijer. Salomon ist Viehhändler und damit recht erfolgreich. Mimi, die einzige Tochter, liebäugelt mit dem gesellschaftlichen Aufstieg, ist oberflächlich und am liebsten mit sich selbst beschäftigt. Ihre Konversationen schmückt sie gern mit französischen Ausdrücken, um zu zeigen, dass sie etwas Besseres ist. Das zweite Mädchen im Hause ist Chanele, ein angenommenes Kind. Ihre Mutter starb bei der Geburt und der Vater wurde darüber verrückt. Eines Abends steht ein Fremder vor der Tür, Janki Meijer, ein entfernter Verwandter, und bringt allerlei Wirbel in den geordneten Haushalt, besonders in das Gefühlsleben von Mimi und Chanele.

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Ursula Krechel: Shanghai fern von wo

Ein ausgezeichnetes Buch, inhaltlich wie stilistisch. Es geht um jüdische Emigranten, die sich in Shanghai niedergelassen habe, in der Hoffnung, endlich sicher zu sein. Wenn auch bitterarm. Mit zehn Reichsmark im Gepäck lässt sich nur unter schwierigsten Verhältnissen etwas aufbauen, was annähernd dem Begriff Existenz nahe kommt. Existieren, das ja, aber wie.

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Lena Gorelik: Hochzeit in Jerusalem

Äußerst unterhaltsam zu lesen ist dieser kleine Roman einer der neuen Hoffnungen der deutschen Literatur. Die Geschichte scheint zunächst banal: Anja, eine russische Jüdin, die von Kind an in Deutschland lebt, lernt einen jungen Deutschen per E-Mail kennen und hilft ihm herauszufinden, was es bedeutet, in Deutschland Jude zu sein.

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