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„Mehr Juden ins Kino“ – Jüdisches Filmfestival in Berlin & Potsdam 2012

„Mehr Juden ins Kino“- so lautet der Claim des diesjährigen Jüdischen Filmfestivals, das in Berlin und Potsdam zu Hause ist. Pünktlich zum 18. Festival hat der Fotograf und Künstler Daniel Josefsohn die Kampagne mit den schwarzen Plakaten gestaltet. Bald wird man die Plakate in Berlin und Potsdam hängen sehen.

Jüdische Filmkunst sichtbar machen

Festivalleiterin Nicola Galliner erklärt den Slogan: „Ein wichtiges Anliegen des Festivals ist und war immer, den Anteil jüdischer Filme, Filmemacher und Themen erneut in der Filmlandschaft in Deutschland zu stärken. Vielen jüdischen Künstlern wurde in der Nazidiktatur die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, sie wurden vertrieben und ermordet. Diese dadurch in der deutschen Filmwirtschaft hinterlassene Lücke erneut mit Leben zu füllen und vielleicht auch irgendwann einmal wieder zu schließen, ist die Motivation des Festivals, die durch die neu gestaltete Kampagne unterstrichen wird.“

Internationales Programm mit knapp 30 Filmen

In diesem Jahr werden auf dem Jüdischen Filmfestival fast 30 Filme aus Deutschland, Israel, USA, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden zu sehen sein. Die Filmtitel werden am 15. Mai bekanntgegeben. Ein Programmpunkt steht aber schon fest: Das Festival wird am 4. Juni mit einer Gala  im Potsdamer Hans Otto Theater eröffnet, und der Opener wird die Weltpremiere des Films Max Raabe in Israel sein.

Max Raabe in Israel

Es sind vor allem jüdische Künstler, denen Max Raabe mit seinen Konzerten auf der ganzen Welt immer wieder eine Hommage setzt und damit eine Brücke aus der Vergangenheit zu den
 Menschen heute schlägt. Der Film Max Raabe in Israel erzählt von seiner einzigartigen Konzertreise. „Max Raabe und das Palastorchester“ tourten 2010 mit ihrem Programm „Heute Nacht oder nie“ durch Israel. Sie traten vor Menschen unterschiedlichsten Alters auf, den ganz jungen, die die deutschen Lieder erstmals hörten, und den ganz alten, bei denen die Lieder Erinnerungen wachriefen. Fast alle Textdichter des Repertoires waren jüdischer Herkunft, viele 
von ihnen wurden vom Nazi-Regime ermordet. In den Liedern und Schlagern dieser Künstler verdichtet sich das Lebensgefühl einer Epoche, und es ist der hohen Kunst Max Raabes zuzuschreiben, dass die 80 Jahre alten Lieder bei ihm nicht nostalgisch und fern, sondern ganz nah und modern klingen. Der Film zeigt, wie Max Raabe in Israel empfangen wurde und welches Echo er auf sein Konzertprogramm bekommen hat, zeigt Begegnungen mit Menschen,
 deren Liebe für die Musik der 20er Jahre zum Teil eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden ist.

Zwei Wochen Filmfestival an sechs Spielstätten in Berlin und Brandenburg

Das Programm wird vom 5.-17. Juni 2012 im Filmmuseum Potsdam und dem Berliner Kino Arsenal zu sehen sein. Zuletzt wurde das Filmfestival um einen Tag verlängert. Am 17. Juni werden nämlich an drei verschiedenen Berliner Spielstätten – dem Charlottenburger Filmkunst 66, dem Kreuzberger Eiszeit-Kino und dem Kino Toni in Weißensee – jeweils zwei Highlights aus dem diesjährigen Programm vorgeführt.

Festivalpaten des Jüdischen Filmfestivals in Berlin & Potsdam 2012

In diesem Jahr konnten gleich zwei herausragende Künstler als Paten für das
 Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam gefunden werden. Zuletzt war Schauspielerin Iris Berben Botschafterin des Filmfestivals. Künstlerin, Schauspielerin und Sängerin Meret Becker und der erst im vergangenen Jahr für seine darstellerische Leistung in Chris Kraus’ Poll mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Richy Müller werden 2012 
als Festivalpaten das Jüdische Filmfestival Berlin & Potsdam mit eröffnen und unterstützen.

17 Jahre jüdische Filmkultur in Potsdam und Berlin


Fast 20 Jahre zeigen die Initiatorin Nicola Galliner und ihr Team bereits jüdische Filmkultur in der Hauptstadt. In diesem Jahr geht das Filmfestival erstmals unter deutschem Titel an den Start. Bisher nutzte man den Namen Jewish Film Festival, den über 50 jüdische Filmfestivals weltweit tragen. Grund sei, so Galliner, dass viele annahmen, es handle sich um ein “ausländisches Filmfestival“.

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Über Frollein Wortstark

2004 bis 2010 Studium (Philosophie, Deutsche Philologie, AVL) an der FU, HU und Uni Bern. 2007 bis 2010 Fachjournalistikstudium. PR-Volontariat bis Juni 2011. Seit Juli 2011 freie Autorin und Texterin. Ihre Leidenschaften: Bücher, Fotografie und Essen- und in allem viel Farben.

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