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Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten

Dieses hervorragende Buch basiert auf Gesprächen mit Gad Granach, die Hilde Recher, Henryk M. Broder und Michael Bergmann geführt haben, und bewahrt den Charme, den trockenen Humor und den gesunden Menschenverstand Granachs aufs Schönste.

Gad Granach ist der Sohn des Schauspielers Alexander Granach (dessen Biographie Da geht ein Mensch ebenfalls sehr empfehlenswert ist) und der bürgerlichen, politisch engagierten Martha. Mitten im Ersten Weltkrieg geboren, lernt Gad Granach seinen Vater erst 1919 kennen. Die Ehe der Eltern besteht nur noch auf dem Papier, aber er behält einen guten Kontakt zu seinem Vater. Er erzählt locker und immer amüsant von seiner Kindheit in den Nachkriegsjahren, dem aufkommenden Nationalsozialismus, dem politischen Engagement der Theaterleute und den apolitischen Filmschauspielern.

Indessen wächst er heran und macht eine Lehre, und da seine Eltern zum Glück rechtzeitig merken, auf welchen Irrweg Hitler Deutschland führt, emigriert Gad Granach 1936 nach Palästina. Sehr interessant sind seine Schilderungen der ersten Jahre als hart arbeitender Siedler, seine Kommentare zu den diversen kriegerischen Auseinandersetzungen sowie seine nicht immer spaßhaft gemeinten Vorschläge, wie die politische Situation zwischen Israel und den Arabern im Besonderen und allen anderen Staaten im Allgemeinen verbessert werden könnte.

Ein wunderbar entspanntes, ungemein witziges und kluges Buch, das für mich auf manches ein neues Licht geworfen hat.

Gad Granach
Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten
Ölbaum Verlag, Augsburg 1997, 183 Seiten

Wir danken Petra herzlich für diese Rezensionsnotiz! Sie wurde im “Virtuellen Literarischen Salon”, dem Newsletter von philea’s Blog, erstveröffentlicht.

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Über Petra Gust-Kazakos

Fiel als Kind in eine Buchstabensuppe; Femme de lettres, virtuelle Salonière, Public Relations Managerin, Autorin, stets lese- & reiselustig http://phileablog.wordpress.com/

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