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	<title>Jüdische Lebenswelten</title>
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		<title>Jüdische Lebenswelten</title>
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		<title>Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten</title>
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		<pubDate>Wed, 30 May 2012 09:39:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>synaesthetisch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Littells Roman <em>Die Wohlgesinnten</em> hat ein großes, internationales Echo gefunden. Offenbar hat Littell es vermocht, eine publizistische Lücke zu schließen: Er berichtet von der Karriere des willenlosen, blassen Max Aue, seines Zeichens Offizier der Waffen-SS, der die Stufen der NS-Karriereleiter erklimmt, der selbst mordet und tausenden Morden beiwohnt und von all dem schonungslos berichtet. Auf fast 1400 Seiten folgen wir Aue in die Ukraine, nach Russland, in den Kaukasus, Auschwitz, Pommern und das französische Antibes. Immer wieder kehrt er nach Berlin zurück, bis die Stadt einem Trümmerfeld gleicht.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/05/30/jonathan-littell-die-wohlgesinnten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1063&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Da hob die Vernunft für mich den Rock, und siehe da, es war nichts darunter.</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Littells Roman <em>Die Wohlgesinnten</em> hat ein großes, internationales Echo gefunden. Offenbar hat Littell es vermocht, eine publizistische Lücke zu schließen: Er berichtet von der Karriere des willenlosen, blassen Max Aue, seines Zeichens Offizier der Waffen-SS, der die Stufen der NS-Karriereleiter erklimmt, der selbst mordet und tausenden Morden beiwohnt und von all dem schonungslos berichtet. Auf fast 1400 Seiten folgen wir Aue in die Ukraine, nach Russland, in den Kaukasus, Auschwitz, Pommern und das französische Antibes. Immer wieder kehrt er nach Berlin zurück, bis die Stadt einem Trümmerfeld gleicht.</p>
<p><span id="more-1063"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/29/jonathan-littell-die-wohlgesinnten/littell_wohlgesinnte/" rel="attachment wp-att-1067"><img class="alignright size-medium wp-image-1067" title="littell_wohlgesinnte" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2011/06/littell_wohlgesinnte.jpg?w=140&h=224" alt="" width="140" height="224" /></a>Max Aue ist eine fiktive Figur, eingebettet in die ganz und gar nicht fiktive Geschichte, verstrickt in das korrupte Machtgewebe von SS und Wehrmacht. Er ist beteiligt an der Judenvernichtung in der Ukraine, wird schließlich in den Kessel von Stalingrad geschickt, dem er nur knapp – mit einem Schädeldurchschuss – entkommt und endet schließlich als Sonderbeauftragter der Konzentrationslager. Mit dem Kriegsende kommt auch sein Abstieg.</p>
<p style="text-align:justify;">Littell hat mit Max Aue nicht jenen braven Familienvater geschaffen, der im Beruf zum Massenmörder wird. Überhaupt ist dieser Aue weder sonderlich sympathisch noch abstoßend. Eigentlich ist er ein komplett farbloser Mensch, ohne Antrieb oder Ambitionen, es fällt es ihm schwer, überhaupt Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Einzig seine Zwillingsschwester Una, mit der er lange Zeit ein inzestuöses Verhältnis führt, erreicht sein Inneres. Die Mutter hasst er, der Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen, alles dies ist ein zweiter Handlungsstrang, der sich wie ein Subtext durch den ganzen Roman zieht.</p>
<p style="text-align:justify;">Angezogen von schöngeistiger Literatur und Philosophie bleibt Aue ein Soziopath, der mit seinen Opfern vor deren Exekution gerne noch sein bildungsbürgerliches Halbwissen austauscht und altgriechisch parliert. Und obwohl ihm beim Anblick der Hinrichtungen zuweilen das Frühstück wieder hochkommt, empfindet er kein wirkliches Mitleid.</p>
<p style="text-align:justify;">Littell überbietet seine Schilderungen sexueller Perversitäten, des gewissenlosen Mordens und Quälerei immer wieder selbst aufs Neue. Der Roman enthält etliche Passagen, die mit ihrer offen zur Schau getragenen Widerwärtigkeit geradezu die Übelkeit des Lesers verursachen. Man will das nicht lesen, diesen Ritt durch die Jahre des Zweiten Weltkrieges, durchsetzt mit sexuellen Phantasien und Gewaltorgien. Aue – und mit ihm der Leser – watet in diesem gigantischen Meer von Schlamm, Sperma, Blut und Exkrementen. Littell bedient sich einer kalten, mitleidslosen und oft zynischen Sprache und spiegelt darin den Kern der Funktionsweise der SS-Elite: seelenlose Bürokratie gepaart mit Alkoholismus, Vulgarität und Gewaltphantasien.</p>
<p style="text-align:right;"><em>Es war wohl eher ihr erschreckender Mangel an Bewusstsein, diese erstaunliche Art, nie über die Dinge nachzudenken, weder die guten noch die schlechten, sich einfach dem Gang der Ereignisse zu überlassen, zu töten, ohne zu begreifen, warum, vollkommen unbedenklich, die Frauen zu betatschen, nur weil es denen gefiel, und zu trinken, ohne den Wunsch zu verspüren, das Fleisch zu erlösen. Das war es, was ich nicht verstand, aber niemand verlangte von mir, es zu verstehen.</em></p>
<p style="text-align:justify;"><em>Die Wohlgesinnten</em> ist ein Roman, der die Krallen seiner Worte ausfährt und sich damit auf den Grund seines Lesers bohrt, ihn ekelt und verschreckt. Es ist wie bei einem Unfall: Eigentlich will man das Buch zuklappen, anderseits ist man zum Weiterlesen gezwungen. Die Lektüre ist kein Vergnügen, sondern eine Qual. Aber durchaus eine Qual, die es sich zu durchleben lohnt. Denn Littell macht alle Menschen zu Tätern, legt den Finger in die Wunde und hält sie so offen. Nicht wir alle sind schuldig, doch wir alle hätten es einst sein können:</p>
<p style="text-align:right;"><em>Und er war kein Einzelfall, dieser Mann [Adolf Eichmann], alle waren wie er, auch ich war wie er, auch ihr wärt an seiner Stelle gewesen wie er.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Außerdem ist der Roman brillant recherchiert und leistet mitunter mehr als so manch dröges Geschichtsbuch. Trotzdem empfehle ich ihn mit Vorsicht weiter: Es mag Thriller geben, die weitaus brutaler und gewaltverherrlichender sind. Man muss sich beim Lesen aber immer bewusst machten, dass das, was Littell uns vorführt, keine Fiktion ist, sondern Realität war. Angesichts dieser Tatsache war es mir fast nicht möglich, den Roman an einem Stück zu lesen. Ich musste ihn immer wieder weglegen, durchatmen und bin viele Szenen und eindrückliche Bilder doch nicht losgeworden.</p>
<p style="text-align:justify;">Interessant ist es auch, die <em>Wohlgesinnten</em> als Paralleltext beispielsweise zu <a title="[Rezension] Louis Begley:Lügen in Zeiten des Krieges" href="http://synaesthetisch.wordpress.com/2011/02/24/louis_begley_lugen/" target="_blank"><em>Lügen in Zeiten des Krieges</em></a> und dem <em><a title="[Rezension] Imre Kertész: Roman eines Schicksallosen" href="http://synaesthetisch.wordpress.com/2011/01/06/imre-kertesz-roman-eines-schicksallosen/" target="_blank">Roman eines Schicksallosen</a> </em>zu lesen, denn hier fügen sich die Perspektive von Tätern und Opfern zu einem multiperspektivischen Panorama jener Grausamkeit zusammen, die man wohl niemals so ganz verstehen wird.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Internet strotzt nur so vor Rezensionen und Meinungen zu den <em>Wohlgesinnten</em>. Besonders gelungen finde ich die vom <a href="http://www.diewohlgesinnten.de" target="_blank">Berlin Verlag</a> eingerichtete Internetpräsenz, die eine große Fülle von Material bereithält. Gleiches gilt für den <a href="http://lesesaal.faz.net/littell/" target="_blank">Lesesaal der FAZ</a>. Auf beiden Seiten finden sich neben Wort- und Sacherklärungen Interviews mit dem Autor, historisches Material und vieles mehr.</p>
<p style="text-align:justify;">Diese Rezension ist zuerst auf <a href="http://synaesthetisch.wordpress.com/2011/06/15/rezension-jonathan-littell-die-wohlgesinnten/" target="_blank">syn-ästhetisch</a> erschienen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/autobiographie/'>Auto/biographie</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1063/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1063&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Mehr Juden ins Kino&#8221; &#8211; Jüdisches Filmfestival in Berlin &amp; Potsdam 2012</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 05:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frollein Wortstark</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Jüdisches Filmfestival in Berlin & Potsdam 2012]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">„Mehr Juden ins Kino“- so lautet der Claim des diesjährigen Jüdischen Filmfestivals, das in Berlin und Potsdam zu Hause ist. Pünktlich zum 18. Festival hat der Fotograf und Künstler Daniel Josefsohn die Kampagne mit den schwarzen Plakaten gestaltet. Bald wird man die Plakate in Berlin und Potsdam hängen sehen.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/05/13/juedisches-filmfestival-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2181&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="wp-image-2182 alignright" title="Jüdisches Filmfestival 2012 in Berlin und Potsdam " src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/05/jc3bcdisches_ff_artwork.jpg?w=127&h=180" alt="" width="127" height="180" />„Mehr Juden ins Kino“- so lautet der Claim des diesjährigen Jüdischen Filmfestivals, das in Berlin und Potsdam zu Hause ist. Pünktlich zum 18. Festival hat der Fotograf und Künstler Daniel Josefsohn die Kampagne mit den schwarzen Plakaten gestaltet. Bald wird man die Plakate in Berlin und Potsdam hängen sehen.<span id="more-2181"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Jüdische Filmkunst sichtbar machen</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Festivalleiterin Nicola Galliner erklärt den Slogan: „Ein wichtiges Anliegen des Festivals ist und war immer, den Anteil jüdischer Filme, Filmemacher und Themen erneut in der Filmlandschaft in Deutschland zu stärken. Vielen jüdischen Künstlern wurde in der Nazidiktatur die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt, sie wurden vertrieben und ermordet. Diese dadurch in der deutschen Filmwirtschaft hinterlassene Lücke erneut mit Leben zu füllen und vielleicht auch irgendwann einmal wieder zu schließen, ist die Motivation des Festivals, die durch die neu gestaltete Kampagne unterstrichen wird.“</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Internationales Programm mit knapp 30 Filmen</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Jahr werden auf dem Jüdischen Filmfestival fast 30 Filme aus Deutschland, Israel, USA, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden zu sehen sein. Die Filmtitel werden am 15. Mai bekanntgegeben. Ein Programmpunkt steht aber schon fest: Das Festival wird am 4. Juni mit einer Gala  im Potsdamer Hans Otto Theater eröffnet, und der Opener wird die Weltpremiere des Films <em>Max Raabe in Israel</em> sein.</p>
<p style="text-align:justify;"><img class="size-full wp-image-2183 alignleft" title="Jüdisches Filmfestival Berlin und Brandenburg 2012" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/05/juedisches_filmfestival_2012.jpg?w=750" alt=""   /></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Max Raabe in Israel</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Es sind vor allem jüdische Künstler, denen Max Raabe mit seinen Konzerten auf der ganzen Welt immer wieder eine Hommage setzt und damit eine Brücke aus der Vergangenheit zu den  Menschen heute schlägt. Der Film <em>Max Raabe in Israel</em> erzählt von seiner einzigartigen Konzertreise. „Max Raabe und das Palastorchester“ tourten 2010 mit ihrem Programm „Heute Nacht oder nie“ durch Israel. Sie traten vor Menschen unterschiedlichsten Alters auf, den ganz jungen, die die deutschen Lieder erstmals hörten, und den ganz alten, bei denen die Lieder Erinnerungen wachriefen. Fast alle Textdichter des Repertoires waren jüdischer Herkunft, viele  von ihnen wurden vom Nazi-Regime ermordet. In den Liedern und Schlagern dieser Künstler verdichtet sich das Lebensgefühl einer Epoche, und es ist der hohen Kunst Max Raabes zuzuschreiben, dass die 80 Jahre alten Lieder bei ihm nicht nostalgisch und fern, sondern ganz nah und modern klingen. Der Film zeigt, wie Max Raabe in Israel empfangen wurde und welches Echo er auf sein Konzertprogramm bekommen hat, zeigt Begegnungen mit Menschen,  deren Liebe für die Musik der 20er Jahre zum Teil eng mit der eigenen Familiengeschichte verbunden ist.<strong></strong></p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Zwei Wochen Filmfestival an sechs Spielstätten in Berlin und Brandenburg</strong></p>
<p style="text-align:justify;">Das Programm wird vom 5.-17. Juni 2012 im Filmmuseum Potsdam und dem Berliner Kino Arsenal zu sehen sein. Zuletzt wurde das Filmfestival um einen Tag verlängert. Am 17. Juni werden nämlich an drei verschiedenen Berliner Spielstätten – dem Charlottenburger Filmkunst 66, dem Kreuzberger Eiszeit-Kino und dem Kino Toni in Weißensee – jeweils zwei Highlights aus dem diesjährigen Programm vorgeführt.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Festivalpaten des Jüdischen Filmfestivals in Berlin &amp; Potsdam 2012</strong></p>
<p style="text-align:justify;">In diesem Jahr konnten gleich zwei herausragende Künstler als Paten für das  Jüdische Filmfestival Berlin &amp; Potsdam gefunden werden. Zuletzt war Schauspielerin Iris Berben Botschafterin des Filmfestivals. Künstlerin, Schauspielerin und Sängerin Meret Becker und der erst im vergangenen Jahr für seine darstellerische Leistung in Chris Kraus’ <em>Poll</em> mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Richy Müller werden 2012  als Festivalpaten das Jüdische Filmfestival Berlin &amp; Potsdam mit eröffnen und unterstützen.</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>17 Jahre jüdische Filmkultur in Potsdam und Berlin </strong></p>
<p style="text-align:justify;">Fast 20 Jahre zeigen die Initiatorin Nicola Galliner und ihr Team bereits jüdische Filmkultur in der Hauptstadt. In diesem Jahr geht das Filmfestival erstmals unter deutschem Titel an den Start. Bisher nutzte man den Namen Jewish Film Festival, den über 50 jüdische Filmfestivals weltweit tragen. Grund sei, so Galliner, dass viele annahmen, es handle sich um ein “ausländisches Filmfestival“.</p>
<p style="text-align:justify;">
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		<title>Dana Giesecke, Harald Welzer: Das Menschenmögliche. Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 05:25:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Erinnerungskultur]]></category>
		<category><![CDATA[Harald Welzer]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Über viele Jahrzehnte hat sich in Deutschland eine Erinnerungskultur etabliert, die auch nach der Wiedervereinigung 1990 erst einmal stabil blieb. Das formalisierte und extrem ritualisierte Gedenken an den Nationalsozialismus und den Holocaust wurde zum ersten Mal mit großen Medienecho in Frage gestellt von Martin Walser, als er bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1998 Folgendes sagte:</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/05/08/dana-giesecke-harald-welzer-das-menschenmogliche-zur-renovierung-der-deutschen-erinnerungskultur/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2170&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2171" title="giesecke" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/05/giesecke.jpg?w=130&h=200" alt="" width="130" height="200" />Über viele Jahrzehnte hat sich in Deutschland eine Erinnerungskultur etabliert, die auch nach der Wiedervereinigung 1990 erst einmal stabil blieb. Das formalisierte und extrem ritualisierte Gedenken an den Nationalsozialismus und den Holocaust wurde zum ersten Mal mit großen Medienecho in Frage gestellt von Martin Walser, als er bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1998 Folgendes sagte:</p>
<p style="text-align:right;"><em>„Wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, dass sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt. Anstatt dankbar zu sein für die unaufhörliche Präsentation unserer Schande, fange ich an wegzuschauen. Ich möchte verstehen, warum in diesem Jahrzehnt die Vergangenheit präsentiert wird wie nie zuvor. Wenn ich merke, dass sich in mir etwas dagegen wehrt, versuche ich, die Vorhaltung unserer Schande auf die Motive hin abzuhören, und bin fast froh, wenn ich glaube entdecken zu können, dass öfter nicht das Gedenken, das Nichtvergessendürfen das Motiv ist, sondern die Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken. Immer guten Zwecken, ehrenwerten. Aber doch Instrumentalisierung. […] Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule oder auch nur Pflichtübung. Was durch Ritualisierung zustande kommt, ist von der Qualität des Lippengebets […].“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Damals war die Empörung groß, und man warf Walser historischen Revisionismus vor. Dabei hatte er nur früher als andere etwas zu formulieren versucht, wofür die Zeit vielleicht noch nicht reif war.</p>
<p style="text-align:justify;">Nun aber, über 60 Jahre nach dem Holocaust, befindet sich die deutsche Erinnerungskultur an einer Epochenwende. Zeitzeugen wird es bald keine mehr geben, und die junge Generation ist mit neuen Themen und Herausforderungen wie dem Klimawandel und der Globalisierung befasst.</p>
<p style="text-align:justify;">Die beiden Autoren des vorliegenden Buches, Dana Giesecke und der Sozialpsychologe Harald Welzer, beschreiben verständlich und nachvollziehbar, dass ein historischer Diskurs, der &#8211; wie in der deutschen Erinnerungskultur über viele Jahrzehnte gängig &#8211; nur auf die Dämonisierung des Bösen setzt, sein Ziel nicht erreicht. Er soll nämlich „<em>Orientierung für unsere Gegenwart bieten, um eine Basis für zukünftiges Handeln zu schaffen</em>“.</p>
<p style="text-align:justify;">Die beiden Autoren sprechen dieser Kultur ihre Verdienste nicht ab. Millionen von jungen  Menschen wurden durch das „Nie wieder“ sensibilisiert und so wie der Rezensent selbst auch politisiert. Dennoch brauche, so zeigen sie überzeugend, die Erinnerungskultur eine Modernisierung. Nötig sei eine gründliche Renovierung in thematischer Hinsicht wie auch in Fragen der Vermittlung. Sie schlagen einen Ausstellungsort völlig neuen Typs vor:</p>
<p style="text-align:right;"><em>„In diesem Sinne wäre das ‚Haus der menschlichen Möglichkeiten’ seinem Selbstverständnis nach eine lernende Institution, die den einmal erreichten historischen Erkenntnisstand als Zwischenstand in einem erinnerungs- und geschichtskulturellen Prozess begreift, der sich mit der fortschreitenden Gegenwart selbst verändert.<br />
Wir glauben,  dass diese Abwendung vom enthistorisierten absoluten Grauen und die Hinwendung zu den &#8211; positiven wie negativen &#8211; menschlichen Möglichkeiten mehr aufklärerisches und emanzipatives Potential enthält, als die Erinnerungskultur und ihre Institutionen zurzeit anbieten. Hier wird das Leben selbst interessant, nicht nur das historische Exempel, wie man es zerstören kann.“</em></p>
<p style="text-align:justify;">Dieses „Haus der menschlichen Möglichkeiten“ sollte auch zum „<em>Haus der je eigenen Möglichkeiten werden &#8211; ein reflexiver und zum Selberdenken einladender Ort der historischen und politischen Bildung</em>“.</p>
<p style="text-align:justify;">Die Debatte über die Renovierung der deutschen Erinnerungskultur ist eröffnet. Sie wird weiter gehen und auch so polemische Beiträge wie etwa Henryk M. Broders neuen Zwischenruf <em>Vergesst Auschwitz!</em> (Knaus 2012) aufnehmen und diskutieren. Vielleicht wird man in zehn oder zwanzig Jahren ganz anders denken und reden über das, worauf es wirklich ankommt: „<em>Wie lässt sich das heute erreichte zivilisatorische Niveau gegen künftige Gefährdungen sichern?</em>“.</p>
<p style="text-align:justify;">Dana Giesecke, Harald Welzer<br />
<em> Das Menschenmögliche. Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur</em><br />
Edition Körber Stiftung, 2012, 187 Seiten</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wir danken unserem Gastautor Winfried Stanzick für diese Rezension.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/aktuelles/'>Aktuelles</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/begriffe/'>Begriffe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/'>Hintergründe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/sachbuch/'>Sachbuch</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2170/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2170&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Ulrike Kolb: Yoram</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 07:48:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flattersatz</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Schuld]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Judenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Judenvernichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Shoa]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Kolb]]></category>
		<category><![CDATA[Yoram]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Eine Deutsche und ein Israeli, eine Frau aus dem Land der Täter und ein Mann aus dem Land der Opfer, verlieben sich ineinander, versprechen sich, dass sie sich von "dem" nicht anfechten lassen, dass, wenn ihre Liebe in die Brüche geht, sie kaputt geht aus denselben Gründen wie bei anderen Paaren, aber nicht aus "diesem" Grund...</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/30/ulrike-kolb-yoram/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2150&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-full wp-image-13167" title="yoram" src="http://radiergummi.files.wordpress.com/2012/04/yoram.jpg?w=750" alt=""   /></p>
<p style="text-align:justify;">Carla, studentenbewegte junge Frau der &#8220;Unter dem Pflaster liegt der Strand&#8221;-Epoche, reist nach Israel, um das dortige Kindererziehungssystem im Kibbuz zu studieren, denn &#8211; so nicht nur ihre Überzeugung &#8211; die kleinbürgerliche Familie ist am Ende und die Erziehung der Kinder muss weg von Strenge und Bevormundung hin zu einer liebevollen und lernintensiven Form.<span id="more-2150"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Ob dies die antiautoritäre Erziehung letztlich geleistet hat, wäre eine andere Frage. Jedenfalls wird sie im Kibbuz ihres ideologischen Ansatzes und ihrer Blauäugigkeit wegen ein wenig belächelt und auch angegangen, weil &#8220;.<em>.. Leute aus Deutschland auftreten, als wollten sie prüfen, dass der Holocaust nicht umsonst gewesen ist und die Juden endlich so sind, wie die Deutschen sie haben wollten</em>&#8221; [sinngemäß zitiert]. An einer Stelle lässt Kolb einen Kibbuzim sagen, dass die Erziehung eines neuen Menschen eben auch in Israel nicht gelungen sei, damit müsse man sich abfinden.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber diese Frage verblasst schließlich gegen die Tatsache, dass Carla Yoram kennenlernt, einen jungen, frisch diplomierten Architekten, der den Tod seines Vaters noch verwinden muss und sich in den Kibbuz zurückgezogen hat. Endlose Gespräche folgen in lauen Nächten, umflossen von warmen Whiskey&#8230; Es passiert, was passieren muss.</p>
<p style="text-align:justify;">Eine Deutsche und ein Israeli, eine Frau aus dem Land der Täter und ein Mann aus dem Land der Opfer, verlieben sich ineinander, versprechen sich, dass sie sich von &#8220;dem&#8221; nicht anfechten lassen, dass, wenn ihre Liebe in die Brüche geht, sie kaputt geht aus denselben Gründen wie bei anderen Paaren, aber nicht aus &#8220;diesem&#8221; Grund&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Aus dieser Grundkonstellation heraus entwickelt Kolb ihren Roman konsequent in zwei Richtungen: In eingeflochtenen Rückblenden und Rückblicken rollt sie einerseits die Vergangenheit auf und offenbart die Familienschicksale der beiden. Auf der anderen Seite verfolgt und beschreibt sie das Leben ihrer beiden Hauptpersonen über Jahrzehnte hinweg.</p>
<p style="text-align:justify;">Schritt für Schritt tritt deutlicher hervor, wie das Dritte Reich die Schicksale der Familien Sonnenschein und Leonhard (der beiden Elternlinien Yorams) zerstörte. Aliza, die Mutter Yorams, sagt an einer Stelle voller bitterem Sarkasmus, dass die beiden Familien sozusagen zum Kaffetrinken nach Litzmannstadt verabredet wurden [1]. Sie selbst, die früher Elisabeth hieß, wurde früh in ein Kibbuz geschickt, sie leidet noch immer unter einem starken Fluchttrauma. Zwar lebt sie wieder in Frankfurt, in das sie trotz ihres Schwures, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren, ihrem Mann zuliebe umzog, aber die Wohnung in Tel Aviv behält sie, auch nach dessen Tod. Sie gibt ihr Sicherheit und ist eine stets verfügbare Rückzugsmöglichkeit für sie, so wie jetzt auch für Carla und Yoram. Dessen Vater arbeitete als Rechtsanwalt, sein Bemühen war es, Wiedergutmachungsansprüche durchzusetzen. Ein oftmals frustrierender Versuch, denn die, die damals da waren, sind auch heute oft noch da&#8230; Seinem Sohn verbot er daher, Jura zu studieren, dieser sollte diese Erfahrung nicht machen.</p>
<p style="text-align:justify;">Ist das Schicksal von Yorams Familie auch vielleicht nicht in allen Einzelheiten bekannt, so ist von Carlas Eltern nach dem Krieg eine Brandmauer errichtet worden, die den Zugang zu den Geschehnissen in der Zeit des Krieges weitgehend verhinderte. Wohl ist bekannt, dass der Vater als Wehrmachtsarzt im Osten tätig war, ein Pokal aus einem Reitwettbewerb von 1942 ist in der Familie vorhanden, ohne dass dies aber hinterfragt wird. Der liebevolle Vater stirbt dann an Krebs, er war seiner Tochter Carla näher als die Mutter, aber Carla selbst erinnert sich auch an negative Gefühle dem Vater gegenüber, wenn dieser sich zum Beispiel mit seinem Gesicht dem ihren näherte. Als die Mutter durch einen Unfall stirbt (Carla und Yoram sind schon lange verheiratet zu diesem Zeitpunkt), findet Carla in der Wohnung eine Schachtel mit Sachen ihres Vater, Bildern aus seiner Kriegszeit, Bildern mit einem lachenden Vater vor Toten&#8230;</p>
<p style="text-align:right;"><em>&#8220;Wir sind mittendrin. &#8216;Es&#8217; ist Gegenwart, wird immer Gegenwart bleiben.&#8221;</em></p>
<p style="text-align:justify;">Yoram und Carla heiraten. Natürlich &#8211; beide begegnen in den jeweilen Freundeskreisen des anderen einer gewissen Skepsis, genauso in den Familien. Man ist befangen und auch gefangen in Vorurteilen. Selbst (oder gerade?) in lockeren Freundesrunden tauchen antisemitische Ansichten auf, wie die der Urheberschaft des Mossad für den 11. September&#8230; Wütender Protest und das Aufkündigen der Freundschaften folgt auf solche Äußerungen. Die Familie wächst, Vered wird geboren, man wohnt in Frankfurt, wo Yoram in einem Büro arbeitet, nach vielen Jahren wagt er dann den Sprung in die Selbstständigkeit und geht nach Berlin. Vered fühlt sich in dieser gemischten Atmosphäre mehr als Jüdin denn als Christin, sie konvertiert auch offiziell zum Judentum, eine selbstbewusste junge Frau, die nach dem Scheitern einer Beziehung zusammenbricht.</p>
<p style="text-align:justify;">Sind die beiden, Carla und Yoram, glücklich? Es wird nicht klar, zwischen den Zeilen sind Andeutungen über Streitereien, es könnte sein, dass Yoram eine Geliebte hat, er ist oft unterwegs und Carla dann allein. Es wird viel telefoniert zwischen den Familienmitgliedern. An einer Stelle lässt Kolb Carla sagen, dass der Gedanke, von Yoram verlassen zu werden, schmerzt, als würde ihr die Haut vom Fleisch gezogen. Wie Yoram empfindet, verrät Kolb nicht. Zweifel hat er, Selbstzweifel, Fragen. Manchmal &#8211; vor allem in den ersten Zeiten &#8211; flieht er, verschwindet für ein paar Tage, zieht sich zurück, ficht innere Kämpfe&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Mit dem Fund der Bilder des Vaters durch Carla [2] bringt Kolb die beiden Handlungsstränge zusammen: Die Vergangenheit bricht mit ungeahnter Vehemenz in die Gegenwart ein, das Bild, das sich Carla von ihrem Vater gemacht hat, bekommt Risse. Fragen, die bis dato nie gestellt wurden, nie vorhanden waren, tauchen auf&#8230; Sie recherchiert und stellt fest, dass ihr Vater z.B. von Auschwitz gewusst haben muss, er war Gast der Solahütte [3]. Carla besucht Auschwitz, sie liest alles, was sie über das Thema Shoa in die Hände bekommen kann, und langsam, aber sicher löst sich ihre Welt auf, alle Sicherheiten verschwimmen und ihre Weltsicht wird buchstäblich grau. Am Ende stehen der Zusammenbruch und die Aussprache mit Yoram&#8230;</p>
<p style="text-align:right;"><em>&#8220;Wir sind mittendrin. &#8216;Es&#8217; ist Gegenwart, wird immer Gegenwart bleiben.&#8221;</em></p>
<p style="text-align:justify;">Diese Erkenntnis durchzuckt Carla bei ihrer Suche nach Wahrheit. Die Tinte, mit der in Auschwitz tätowiert wurde, war von Pelikan, die gleiche wie heute. Die Kleider, die damals getragen wurden, sind auch heute wieder zu sehen, Menschen, die damals Verantwortung trugen, sind noch da&#8230; So verfolgt uns die Vergangenheit durch ihre Alltäglichkeiten, sie lässt uns nicht los, sie ist Teil unserer Gegenwart.</p>
<p style="text-align:justify;">&#8220;Es&#8221;: Wen würde dieses &#8220;Es&#8221; nicht an das &#8220;Eigentliche&#8221; von Iris Hanika erinnern [4]? Dieses so schwer Benennbare, von aller Verschleierung, allem Missbrauch Befreite, die Quintessenz des Unfassbaren? Wenn es die Tinte noch gibt und die Kleidermode wieder, wenn die Menschen noch auf den Ämtern sind, die damals da waren: dann ist prinzipiell auch das Böse wieder möglich, noch vorhanden, schläft nur und kann wieder erwachen.</p>
<p style="text-align:justify;">Juden und Deutsche, Opfer und Täter: In Yoram und Carla fokussieren diese beiden Antipoden einer nicht auflösbaren Beziehung, die durch die Tat geschaffen worden ist. Denn das Opfer erwartet vom Täter Reue, Wiedergutmachung, Anerkennung der Schuld, und der Täter vom Opfer die Anerkennung seiner Bemühungen, wenn nicht sogar Vergebung. Die beiden Protagonisten wissen um die Schwierigkeit dieses Prozesses, sie spüren sie, Yoram (als Bild für die Opferseite) mehr noch als Carla, deswegen das Versprechen, ihre Beziehung nicht daran scheitern zu lassen, sondern an &#8220;normalen&#8221; Gründen, wie sie andere Paare auch haben. Bei Carla tritt ihre Zugehörigkeit zur Täterseite mit voller Wucht erst ins Bewusstsein, als sie nicht mehr ausschließen kann, es vielleicht sogar wahrscheinlich ist, dass ihr eigener Vater am Morden beteiligt war&#8230; Kolb lässt ein wenig offen, wie die Beziehung der beiden dieses neue Wissen verkraftet, deutet aber an, dass sie auch dies verkraftet&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">&#8230; Mit dieser Aussprache der beiden lässt Kolb den Hauptteil ihres Romanes enden. Den Hauptteil, weil diesem ein langer Epilog folgt, der mit der Beerdigung Alizas beginnt und in dem Vered zu Wort kommt, nachdem die Geschichte bis dahin aus der Sicht Carlas erzählt worden ist. Das Verhältnis der jüdischen Oma zu ihrer Enkelin war in Teilen enger als das zu ihrer Schwiegertochter, manches, was sie dieser (und auch dem Sohn) nicht erzählte, erzählte sie der Enkelin. So fügt der Epilog die Erinnerungen Vereds an ihre Oma und ihr eigenes 26-jähriges Leben, die im Hauptteil oft fragmentarisch als Episoden geschildert werden, zusammen, lässt einen neuen Blickwinkel auf Ereignisse zu, die vorher rätselhaft waren, für uns &#8211; aber auch für Yoram und Carla. Insbesondere das Schicksal ihres jüngeren Bruders Albert belastete Aliza ein Leben lang auch mit Schuldbewusstsein, denn damals, als sie als Jugendliche nach Palästina ging, konnte sie ihn nicht mitnehmen&#8230; Mit dem Brief Alberts aus Litzmannstadt schließt der Roman endgültig.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Yoram</em> ist ein sehr intensives Leseerlebnis, das das komplizierte Verhältnis Israel &#8211; Deutschland, Juden &#8211; Deutsche auf eine persönliche Ebene zweier Menschen, eines Paares, das zusammen durchs Leben gehen will, herunterbricht. Denn die Versuchung ist groß, die beiden Figuren auch als Bilder für die Staaten zu nehmen, viel des Geschriebenen ließe/lässt sich in diesem Bild interpretieren. Das Buch beschreibt aber auch den Versuch, unter diesen Bedingungen eine ganz normale Beziehung, eine ganz normale Ehe zu führen. Fast möchte man diesen beiden sehr sympathischen Figuren wünschen, dass ihre Eheprobleme die üblichen sind, berufliche Probleme, Seitensprünge, Lebensmittelkrise und was es sonst noch gibt&#8230; Sympathisch, weil es Kolb gelingt, sie so zu zeichnen: farbig, voller Charakter und Leben, wobei Carla als Ich-Erzählerin naturgemäß vielleicht etwas mehr von diesen Eigenschaften abbekommt als Yoram. Überhaupt kommt den Frauenfiguren mit Carla, Aliza, Vered und auch Carlas Mutter gegenüber den Männerfiguren mehr Gewicht zu&#8230; Aber das ist nur wirklich höchstens noch ein Grund mehr, diesen Roman zu lesen&#8230; <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Links und Anmerkungen:</strong></p>
<p style="text-align:justify;">[1] Wem diese Anspielung im Moment nichts sagt, dem sei dieses Buch empfohlen: Steve Sem-Sandberg: <em><a href="http://radiergummi.wordpress.com/2011/10/19/steve-sem-sandberg-die-elenden-von-lodz/" target="_blank">Die Elenden von Łódź</a></em>.<br />
[2] &#8230; was ich im Übrigen für einen gedanklichen Fehler halte, denn nach Kolb hatte Carlas Mutter alles getan, die Zeit des Krieges aus ihrem Leben abzutrennen, und da sollte sie in ihrer eigenen Wohnung diese Schachtel übersehen haben?<br />
[3] Einem Erholungsheim der Offiziere aus dem nahen Auschwitz (siehe <a href="http://einestages.spiegel.de/static/entry/froehliche_stunden_neben_der_gaskammer/1102/ss_erholungsheim_solahuette.html?o=position-ASCENDING&amp;s=5&amp;r=1&amp;a=268&amp;c=1" target="_blank">hier</a>).<br />
[4] Iris Hanika: <em><a href="http://radiergummi.wordpress.com/2012/02/25/iris-hanika-das-eigentliche/" target="_blank">Das Eigentliche</a></em>.</p>
<p style="text-align:justify;">Ulrike Kolb<br />
<em>Yoram</em><br />
dtv, 304 Seiten, 2012 (Erstveröffentlichung 2009)</p>
<p>Dieser Beitrag wird zeitgleich bei <a href="http://radiergummi.wordpress.com/">aus.gelesen</a> veröffentlicht</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2150/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2150&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eva Züchner: Der verbrannte Koffer</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 07:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>synaesthetisch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Judenverfolgung]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Stellt euch vor, ihr wollt eigentlich eine Kriminalgeschichte schreiben. Gerade seid ihr auf einen spannenden Kriminalfall aus dem Jahr 1938 gestoßen: Ein leichtes Mädchen ist grausam ermordet und dann verbrannt worden, zahlreiche Mitglieder der High Society kommen als Täter in Frage. Toll, denkt ihr, daraus lässt sich ein Berlin-Krimi mit “Dreißiger-Jahre-Touch” machen. Das dachte auch Eva Züchner. Aber einer der Liebhaber der Ermordeten Tilly A. ist Jude, und das Erforschen seiner Geschichte im Berlin der 1930er Jahre wird zu einer “Falltür im Boden der Geschichte”, die Züchner hinabsteigt. Und am Ende erzählt sie eine ganz andere, aber ebenso spannende Geschichte: Es ist vor allem die der jüdischen Familie Caro.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/24/eva-zuchner-der-verbrannte-koffer/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2068&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright  wp-image-2069" title="züchner_verbrannter koffer" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/03/zc3bcchner_verbrannter-koffer.jpg?w=750&h=200" alt="" height="200" />Stellt euch vor, ihr wollt eigentlich eine Kriminalgeschichte schreiben. Gerade seid ihr auf einen spannenden Kriminalfall aus dem Jahr 1938 gestoßen: Ein leichtes Mädchen ist grausam ermordet und dann verbrannt worden, zahlreiche Mitglieder der High Society kommen als Täter in Frage. Toll, denkt ihr, daraus lässt sich ein Berlin-Krimi mit “Dreißiger-Jahre-Touch” machen. Das dachte auch Eva Züchner.</p>
<p style="text-align:justify;">Aber einer der Liebhaber der Ermordeten Tilly A. ist Jude, und das Erforschen seiner Geschichte im Berlin der 1930er Jahre wird zu einer “Falltür im Boden der Geschichte”, die Züchner hinabsteigt. Und am Ende erzählt sie eine ganz andere, aber ebenso spannende Geschichte: Es ist vor allem die der jüdischen Familie Caro, an deren Spitze drei Brüder stehen.<span id="more-2068"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Von wem erzählt wird, ist zufällig, beinahe willkürlich. Die Struktur der Geschichte ist wie ein Spinnennetz, das sich von den Caros in der Mitte immer weiter verzweigt. Es forscht nach den Spuren der Täter, nach Freunden und Bekannten, und auch an Menschen, die mit den Caros “nur” das Schicksal teilen, wird erinnert.</p>
<p style="text-align:justify;">Was ich an Eva Züchners Büchlein so genossen habe, ist ihre unkonventionelle Herangehensweise. Weder präsentiert sie bloße historische Fakten, die den Leser wie Skelette anstarren und – abgesehen von ihrer Gültigkeit – nicht berühren. Sie hat sich aber auch keine jüdische Familiengeschichte ausgedacht oder eine tatsächliche Familienbiographie als Vorbild genommen und dann fleißig ausgeschmückt. Nein, Züchner steht am Anfang des Buches ebenso ahnungslos da wie der Leser selbst: konfrontiert mit den Verhören des jüdischen Verdächtigen. Und auch als sich herausstellt, dass er unschuldig ist, kann sie mit ihrer Recherche nicht aufhören, im Gegenteil: Jetzt geht die Reise in sein Leben, das so präzise wie möglich recherchiert wurde, erst los.</p>
<p style="text-align:justify;">Obwohl Züchner nicht romanhaft schreibt, sondern in erster Linie mit genauem Blick schildert, entwickelt das Buch einen ungeheuren Sog. Wenngleich die kurzen Kapitel es ermöglichen würden, habe ich beim Lesen keine Pause gemacht. Zu groß waren meine Neugier und die fiebrige Erwartung, zu wissen, wie es weitergeht. <em>Der verbrannte Koffer</em> ist so lehrreich wie eine Geschichtsstunde und dabei so spannend wie ein Krimi und verdient damit meine uneingeschränkte Leseempfehlung.</p>
<p style="text-align:justify;">Eva Züchner<em><br />
Der verbrannte Koffer. Eine jüdische Familie in Berlin</em><br />
Berlin Verlag, März 2012, 176 Seiten, 18,90€</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/begriffe/'>Begriffe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/ereignisse/'>Ereignisse</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/'>Hintergründe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/menschen/'>Menschen</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/sachbuch/'>Sachbuch</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2068/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2068&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">synaesthetisch</media:title>
		</media:content>

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			<media:title type="html">züchner_verbrannter koffer</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten</title>
		<link>http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/18/gad-granach-heimat-los-aus-dem-leben-eines-judischen-emigranten/</link>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 06:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Petra Gust-Kazakos</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Auto/biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Gad Granach]]></category>
		<category><![CDATA[Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Dieses hervorragende Buch basiert auf Gesprächen mit Gad Granach, die Hilde Recher, Henryk M. Broder und Michael Bergmann geführt haben, und bewahrt den Charme, den trockenen Humor und den gesunden Menschenverstand Granachs aufs Schönste. Gad Granach ist der Sohn des Schauspielers Alexander Granach und der bürgerlichen, politisch engagierten Martha.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/18/gad-granach-heimat-los-aus-dem-leben-eines-judischen-emigranten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2139&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Dieses hervorragende Buch basiert auf Gesprächen mit Gad Granach, die Hilde Recher, Henryk M. Broder und Michael Bergmann geführt haben, und bewahrt den Charme, den trockenen Humor und den gesunden Menschenverstand Granachs aufs Schönste.<span id="more-2139"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2140" title="granach" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/04/granach.jpg?w=123&h=200" alt="" width="123" height="200" />Gad Granach ist der Sohn des Schauspielers Alexander Granach (dessen Biographie <em>Da geht ein Mensch</em> ebenfalls sehr empfehlenswert ist) und der bürgerlichen, politisch engagierten Martha. Mitten im Ersten Weltkrieg geboren, lernt Gad Granach seinen Vater erst 1919 kennen. Die Ehe der Eltern besteht nur noch auf dem Papier, aber er behält einen guten Kontakt zu seinem Vater. Er erzählt locker und immer amüsant von seiner Kindheit in den Nachkriegsjahren, dem aufkommenden Nationalsozialismus, dem politischen Engagement der Theaterleute und den apolitischen Filmschauspielern.</p>
<p style="text-align:justify;">Indessen wächst er heran und macht eine Lehre, und da seine Eltern zum Glück rechtzeitig merken, auf welchen Irrweg Hitler Deutschland führt, emigriert Gad Granach 1936 nach Palästina. Sehr interessant sind seine Schilderungen der ersten Jahre als hart arbeitender Siedler, seine Kommentare zu den diversen kriegerischen Auseinandersetzungen sowie seine nicht immer spaßhaft gemeinten Vorschläge, wie die politische Situation zwischen Israel und den Arabern im Besonderen und allen anderen Staaten im Allgemeinen verbessert werden könnte.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein wunderbar entspanntes, ungemein witziges und kluges Buch, das für mich auf manches ein neues Licht geworfen hat.</p>
<p style="text-align:justify;">Gad Granach<br />
<em>Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten</em><br />
Ölbaum Verlag, Augsburg 1997, 183 Seiten</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wir danken Petra herzlich für diese <em>Rezensionsnotiz</em>! Sie wurde im “Virtuellen Literarischen Salon”, dem Newsletter von <a href="http://phileablog.wordpress.com/" target="_blank">philea’s Blog</a>, erstveröffentlicht.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/autobiographie/'>Auto/biographie</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/'>Hintergründe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/menschen/'>Menschen</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2139/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2139&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Surftipp: Jüdische Woche auf glasperlenspiel13</title>
		<link>http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/14/surftipp-judische-woche-auf-glasperlenspiel13/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 09:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Presseschau & Fundstücke]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://juedischelebenswelten.wordpress.com/?p=2129</guid>
		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Vom 16.04. bis zum 22.04. veranstaltet unsere Gastautorin Vera alias Bücherliebhaberin auf ihrem Blog <a href="http://glasperlenspiel13.blogspot.de/" target="_blank">glasperlenspiel13</a> <strong></strong>eine Jüdische Woche. Das heißt, dass jeden Tag ein Beitrag über jüdische Literatur bzw. jüdische Schriftsteller erscheinen wird. In dieser Woche besucht sie drei unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema in Frankfurt und veröffentlicht die entsprechenden Erlebnisberichte. Des Weiteren wird es einen Gastbeitrag über einen schon fast vergessenen jüdischen Schriftsteller, eine Verlags- und eine Blogvorstellung geben. Ein aktuelles Buch gibt es ebenfalls zu gewinnen.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/14/surftipp-judische-woche-auf-glasperlenspiel13/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2129&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright  wp-image-2131" title="glasperlenspiel" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/04/glasperlenspiel.png?w=320&h=97" alt="" width="320" height="97" />Vom 16.04. bis zum 22.04. veranstaltet unsere Gastautorin Vera alias Bücherliebhaberin auf ihrem Blog <a href="http://glasperlenspiel13.blogspot.de/" target="_blank">glasperlenspiel13</a> <strong></strong>eine Jüdische Woche. Das heißt, dass jeden Tag ein Beitrag über jüdische Literatur bzw. jüdische Schriftsteller erscheinen wird. In dieser Woche besucht sie drei unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema in Frankfurt am Main und veröffentlicht entsprechende Erlebnisberichte. Des Weiteren wird es einen Gastbeitrag über einen schon fast vergessenen jüdischen Schriftsteller, eine Verlags- und eine Blogvorstellung geben. Ein aktuelles Buch gibt es ebenfalls zu gewinnen, und wenn die Zeit reicht, wird Vera einen kleinen Reisebericht über Israel verfassen.<span id="more-2129"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Wir freuen uns sehr über Veras Initiative, sind gespannt auf jeden einzelnen Artikel und hoffen, dass auch ihr ganz fleißig lest und kommentiert.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/presseschau-fundstucke/'>Presseschau &amp; Fundstücke</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2129/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2129&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Aharon Appelfeld: Tzili</title>
		<link>http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/10/aharon-appelfeld-tzili/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 06:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Aharon Appelfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Judenverfolgung]]></category>
		<category><![CDATA[Judenvernichtung]]></category>
		<category><![CDATA[Tzili]]></category>
		<category><![CDATA[Zweiter Weltkrieg]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es ist Winter 1941. Die deutsche Wehrmacht und die SS sind auf dem Vormarsch nach Osten. Auch in einem kleinen Dorf irgendwo in Osteuropa spüren die Menschen, dass da etwas Gewaltiges auf sie zukommen wird. Insbesondere die jüdischen Einwohner des Dorfes haben große Angst, denn die Gerüchte über die Gräueltaten der Deutschen speziell an Juden eilen den Soldaten weit voraus. Als die Gefahr nicht mehr von der Hand zu weisen ist, entscheidet die Familie von Tzili Kraus, zu fliehen und das jüngste und ihrer Meinung nach dümmste Familienmitglied Tzili zur Bewachung des ärmlichen Hofes zurückzulassen. So schwer diese Entscheidung auch für die zehnjährige Tzili zu begreifen ist, sie wird dem jüdischen Mädchen das Leben retten.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/10/aharon-appelfeld-tzili/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2098&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es ist Winter 1941. Die deutsche Wehrmacht und die SS sind auf dem Vormarsch nach Osten. Auch in einem kleinen Dorf irgendwo in Osteuropa spüren die Menschen, dass da etwas Gewaltiges auf sie zukommen wird. Insbesondere die jüdischen Einwohner des Dorfes haben große Angst, denn die Gerüchte über die Gräueltaten der Deutschen speziell an Juden eilen den Soldaten weit voraus.<span id="more-2098"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2099" title="tzili" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/04/tzili.jpg?w=125&h=200" alt="" width="125" height="200" />Als die Gefahr nicht mehr von der Hand zu weisen ist, entscheidet die Familie von Tzili Kraus, deren Geschichte im Folgenden erzählt wird, zu fliehen und das jüngste und ihrer Meinung nach dümmste Familienmitglied Tzili zur Bewachung des ärmlichen Hofes zurückzulassen. So schwer diese Entscheidung auch für die zehnjährige Tzili zu begreifen ist, sie wird dem jüdischen Mädchen das Leben retten.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie flieht und schlägt sich die nächsten drei Jahre allein durch. Sie trifft dabei die Hure Katharina, von der sie Einiges lernt, was ihr später auf ihrer Flucht weiterhelfen wird. Sie trifft den Juden Mark, den sie lieben lernt und von dem sie schwanger wird, und sie verliert ihn wieder.</p>
<p style="text-align:justify;">Ihre letzte Zeit vor der Befreiung der Vernichtungslager durch die Alliierten verbringt sie bei einer Bäuerin, die sie schlägt und misshandelt. Niemand außer Mark hat sie auf ihrer ganzen Flucht eigentlich gut behandelt, weil sie sich immer wieder als eine Tochter von Maria ausgibt, einer in ihrem Heimatdorf und der ganzen Gegend berühmt-berüchtigten Prostituierten. Alle verachten sie deswegen, besonders nachdem ihre Schwangerschaft nicht mehr zu übersehen ist, aber niemand hält sie für eine Jüdin.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch von dieser Bäuerin flieht sie, schließt sich jüdischen Überlebenden der Lager an und folgt ihnen auf ihrem Weg quer durch Europa bis an die Adria, wo sie sich nach Palästina einschiffen wollen.</p>
<p style="text-align:justify;">Aharon Appelfeld, der einem breiten deutschen Publikum erst durch seine 2005 veröffentlichte Lebensgeschichte bekannt geworden ist, hat in einem lesenswerten Interview mit der <em>Zeit</em> darauf hingewiesen, dass er &#8211; ähnlich wie Imre Kertész und andere, die die Lager und die Verfolgung der Juden als Kinder erlebt haben &#8211; nicht historisch über diese Zeit schreiben könnte, seine Aufgabe sei es stattdessen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenzubinden.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Tzili</em> muss als eines von Appelfelds gelungensten Beispielen dafür gelten. Wer seine Lebensgeschichte gelesen hat, wird in dem Kind Tzili viel Autobiographisches entdecken. <em>Tzili</em> ist ein wunderbares Stück Prosa, das trotz allem Schrecklichen und Unsagbaren, das es be- und manchmal auch nur umschreibt, so viel Hoffnung und Überlebenswillen ausstrahlt, dass es den Leser ansteckt.</p>
<p style="text-align:justify;">Aharon Appelfeld<br />
<em>Tzili</em><br />
Aus dem Hebräischen von Stefan Siebers<br />
dtv 2005, 192 Seiten</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wir danken unserem Gastautor Winfried Stanzick für diese Rezension.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2098/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2098&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lizzie Doron auf der Leipziger Buchmesse 2012</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 05:57:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Lizzie Doron]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Bei meinem Besuch auf der Leipziger Buchmesse traf ich auch die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron, die fast jedes Jahr in Leipzig ist und ihre Bücher vorstellt und ganz nebenbei ihr halbes Leben Revue passieren lässt. Und jedes Mal erfährt man ein bisschen mehr, da auch sie noch immer auf der Suche nach der ganzen Wahrheit über ihre Familie ist.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/04/03/lizzie-doron-auf-der-leipziger-buchmesse-2012/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2092&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Bei meinem Besuch auf der Leipziger Buchmesse traf ich auch die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron, die fast jedes Jahr in Leipzig ist und ihre Bücher vorstellt und ganz nebenbei ihr halbes Leben Revue passieren lässt. Und jedes Mal erfährt man ein bisschen mehr, da auch sie noch immer auf der Suche nach der ganzen Wahrheit über ihre Familie ist.<span id="more-2092"></span></p>
<p style="text-align:justify;"><a href="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/04/lizzie-doron.jpg" target="_blank"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2093" title="Lizzie Doron" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/04/lizzie-doron.jpg?w=200&h=200" alt="" width="200" height="200" /></a>Schon oft hat sie die Geschichte erzählt, wie zum Schreiben gekommen ist, aber für meine Leser wiederhole ich sie sehr gern. In Israel müssen alle Schüler eine Arbeit über ihre Familie schreiben. Da ihre 14-jährige Tochter besonders ehrgeizig war, löcherte sie ihre Mutter unentwegt mit Fragen. Das Problem war nur, das Lizzie nichts über ihre Familie wusste, da ihre eigene Mutter ein Leben lang geschwiegen hat. Sie nahm sich eine dreimonatige Auszeit für Recherchen und schrieb ihre Erinnerungen für sich und ihre Tochter nieder.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach Beendigung gab sie die Aufzeichnungen ihrer Assistentin an der Universität zum Lesen. Diese wiederum war so ergriffen von der Geschichte, dass sie Lizzie zu überreden versuchte, die Texte an einen Verlag zu schicken. Da Lizzie sich weigerte, veranlasste es die Assistentin hinter ihrem Rücken. Zwei Tage später riefen schon die ersten Verlage an. Aber es half nichts: Lizzie wollte nicht veröffentlichen. Einige Tage später klingelte das Telefon erneut: eine Verlegerin (eine Überlebende der Shoa), die die Autorin dieser Zeilen unbedingt kennenlernen wollte. Als Lizzie dann bei der Begrüßung die Tätowierung auf ihrem Arm sah, konnte sie nicht mehr Nein sagen. So erschien bereits drei Monate später ihr erstes Buch.</p>
<p style="text-align:justify;">Sie arbeitete zunächst weiter an der Universität, aber nach einem Jahr meldeten sich die ersten ausländischen Verlage. Auf die Frage des deutschen Verlages, wie viele Bücher sie denn vorhat zu schreiben, antwortete die jüdische Autorin: &#8220;Sechs &#8211; für jede Million ein Buch!&#8221;. Jedoch kann sie jetzt schon sagen, dass es mehr als sechs werden, da sie momentan schreibt und schreibt und schreibt. Über ihr neues Buch <em>Das Schweigen der Mutter</em> hatte sie natürlich auch viel Interessantes zu berichten. Davon erzähle ich euch aber erst in meiner Rezension.</p>
<p style="text-align:justify;">Ich habe Lizzie Doron live aufgenommen, als sie gerade auf Hebräisch sprach, weil viele die Sprache als besonders schön empfinden. Vielleicht versteht es ja der eine oder andere. Sie spricht ansonsten Englisch, versteht aber auch sehr gut Deutsch. Das Video ist <a href="http://glasperlenspiel13.blogspot.de/2012/03/lizzie-doron-auf-der-leipziger.html" target="_blank">hier</a> zu sehen.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Der Beitrag wurde von Vera verfasst, herzlichen Dank dafür! Veras Blog ist das <a href="http://glasperlenspiel13.blogspot.com/" target="_blank">Glasperlenspiel13</a>.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/aktuelles/'>Aktuelles</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/'>Hintergründe</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/hintergrunde/menschen/'>Menschen</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2092/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2092&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Eva Menasse: Vienna</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 05:58:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>flattersatz</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Auto/biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Menasse]]></category>
		<category><![CDATA[Vienna]]></category>
		<category><![CDATA[Wien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es ist ein immerhin weit über 400 Seiten starkes Buch, das Eva Menasse hier vorgelegt hat und als Roman bezeichnet, als Roman aber, der stark vom Biographischen modelliert ist, wie sie es im Interview ausführlich erklärt. Man könnte es natürlich auch genau andersherum beschreiben, es ist eine Familiengeschichte, die durch Verfremdungen und Verschleierungen zum Roman umgedichtet wurde. Letztlich bleibt es aber egal, <em>Vienna</em> behandelt die Geschichte eines Familienclans mit halbjüdisch/halbkatholischen Wurzeln in Wien.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/03/28/eva-menasse-vienna/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2057&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2058" title="menasse" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/03/menasse.jpg?w=126&h=200" alt="" width="126" height="200" />Es ist ein immerhin weit über 400 Seiten starkes Buch, das Eva Menasse hier vorgelegt hat und als Roman bezeichnet, als Roman aber, der stark vom Biographischen modelliert ist, wie sie es im Interview [1] ausführlich erklärt. Man könnte es natürlich auch genau andersherum beschreiben, es ist eine Familiengeschichte, die durch Verfremdungen und Verschleierungen zum Roman umgedichtet wurde. Letztlich bleibt es aber egal, <em>Vienna</em> behandelt die Geschichte eines Familienclans mit halbjüdisch/halbkatholischen Wurzeln in Wien.<span id="more-2057"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Es fängt mit einer fast schon mythologisch ausschauenden Geburt an, ein Wesen, halb Schaf, halb Mensch, gebiert ein blutig dreinschauendes Kind, den Vater der Ich-Erzählerin. Die Umstände dieser seltsamen Geburt geben schon ein bezeichnendes Licht auf die Familie. War doch die Großmutter nicht rechtzeitig vom Bridge-Spiel nach Hause gekommen, obwohl die Wehen sich schon bemerkbar machten, und zu Hause wollte sie dann aus einer Scham heraus ihren Pelzmantel nicht ausziehen. Immerhin lief die Geburt leicht, wenngleich der Geborene nicht unbedingt willkommen war und schon einige Abtreibungsversuche überlebt hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Das beherrschende Ereignis dieser drei Generationen umfassenden Familiensaga beginnend in den 30er Jahren bis in die Jetzt-Zeit ist natürlich die Judenverfolgung im Dritten Reich. Es ist das große Thema, um das sich letztlich alles dreht oder auf das alles zurückgeführt werden kann. Bei den Großeltern, die eine “Mischehe” führten, war die unmittelbare Gefahr in der ersten Zeit nicht so groß. Ihre Kinder, i.e. den Vater der Erzählerin und ihren sieben Jahre älteren Onkel, brachten sie aber frühzeitig in Sicherheit, sie wurden nach England geschickt, sie selbst überlebten in Wien. Beim Vater zeigte sich ein ernomes Talent als Fußballer und er stand kurz vor einer Karriere als Spieler in England, als er wieder zurück nach Österreich kam. Er hatte mittlerweile Deutsch verlernt, musste seine Muttersprache wieder erlernen und ließ sein Leben lang nichts auf England kommen. Sein älterer Bruder hingegen meldete sich für die englische Armee und wurde nach Asien geschickt, eine Zeit, über die er nachher kaum sprach, die ihn aber für immer prägte. Er hing (im Gegensatz zu seinem jüngeren Bruder, der zeitlebens unpolitisch blieb) kommunistischen Ideen an und war bei der Entnazifizierung in Österreich (wo es aber nach Selbstbekundung gar keine Nazis gab…) beteiligt. Im Alter wurde er immer wortkarger, griesgrämiger und verschlossener.</p>
<p style="text-align:justify;">War vor dem Krieg die jüdische Abstammung praktisch kein Thema, so wurde sie es nach dem Krieg. Es wurde wichtig, ob in gemischten Ehen der Vater oder die Mutter jüdisch war, weil es bestimmte, ob man Jude war, Halbjude oder “<em>only a quarter Jew</em>” [1], Abgrenzungen und Anfeindungen der anderen Art entstanden&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">War die Ehe der Großeltern noch unverbrüchlich, so galt dies in der nachfolgenden Generation schon nicht mehr. Es gab Scheidungen, die dann aber nicht unbedingt dazu führten, den Kontakt abzubrechen, im Gegenteil, sogar bei Familienfeiern war die erste Frau gern gesehen. So vergrößerte sich die Familie, verlor aber langsam, erst an den Rändern, dann auch im Zentrum, an Zusammenhalt.</p>
<p style="text-align:justify;">Wodurch waren die Nachkriegsjahre charakterisiert? Das Rollenverhältnis war deutlich ausgeprägt: Nach außen hin gab der Mann den Ton an, im Innenverhältnis hatte die Frau zwar nicht unbedingt das Sagen, aber ihren Verantwortungsbereich. Es wurden Geschäfte gemacht, manchmal hart am Rand der Legalität oder auch schon etwas darüber hinaus, immerhin hatte man ja in Österreich traditionell starke Beziehungen zu den östlich liegenden Ländern, die jetzt den reichen Westen so nah und doch so unerreichbar vor den Augen liegen hatten. Da konnte man dann doch schon mal etwas nachhelfen&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Das Leben wurde auch genossen, es war wichtig, in der Gesellschaft zu leben, der Wiener Gesellschaft eben, die sich in den Menasseschen Schilderungen auf dem Tennisplatz exemplarisch räkelt und übereinander herzieht. Wiener Schmäh at its best (sag ich einfach mal als Nichtösterreicher…).</p>
<p style="text-align:justify;">Das sind so einige Punkte aus diesem umfangreichen Roman, der natürlich noch viel mehr Material enthält. So bin ich gar nicht auf die jüngste Generation eingegangen, die selbstverständlich auch ihren Platz in der Familiengeschichte hat, bei der aber der Zusammenhalt untereinander langsam auseinanderbricht. Das alles ist mit viel Schwung geschrieben, oft beißendem Spott, auch mit Liebe zu den Personen. Eine der Figuren ist mir besonders sympathisch gewesen: Dolly “Königsbee”, der Mann von Tante Gustl, der die Fremdworte so liebte, aber immer knapp vorbeischoss. Man kann sich vorstellen, dass solche Ausrutscher in einer so spottbegabten Familie wahre Erinnerungstriumphe feierten und geradezu mythisch wurden.</p>
<p style="text-align:justify;">Ein Kapitel, “Opfer &amp; Täter”, möchte ich noch erwähnen, weil es mich besonders betroffen gemacht hat. In diesem Abschnitt schildert Menasse das Leben und die Lebensgeschichte der Mutter, die geprägt ist von mangelnder Liebe der Eltern, von der Flucht 1945 nach Österreich (sie kam aus Polen), ihrer ersten Männerbekanntschaft dort und nachher der Heirat mit dem Vater der Ich-Erzählerin (die Autorin ist sehr sparsam im Verwenden von Eigennamen). In dieser Ehe rutscht sie, die eh unter einem unterentwickelten Selbstwertgefühl leidet, in die Opferrolle hinein, in die Rolle der Frau, die sich für alle aufopfert und der man das nicht dankt, es nicht einmal zur Kenntnis nimmt. Es ist ein wirklich bedrückendes Leben, das Menasse da beschreibt. Nur in der Öffentlichkeit des Tennisclubs treten die beiden noch als Paar auf, wenngleich niemandem dort auffällt, dass sie auch dort nichts zusammen machen, sondern immer getrennt agieren&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;">Das Buch ist nur annähernd chronologisch, oft springt es in Anekdoten und Episoden vor und zurück. Trotzdem gewinnt man außer den Einblicken in die Geschichte der Familie auch einen Eindruck über das gesellschaftliche und politische Leben in Wien. Für mich hatte das Buch im Mittelteil ein paar Längen, aber das liegt vielleicht auch daran, dass ich beim Thema “Wien” doch recht fremd bin und das Gelästere über Interna mir nicht so viel sagte. Dass die Familie mir im Lauf des Buches mit ihrer reduzierten Emotionalität besonders sympathisch geworden ist, kann ich nicht behaupten und auch an die spezifisch wienerischen Umgangsformen muss man sich wohl erst gewöhnen&#8230;</p>
<p style="text-align:justify;"><strong>Facit</strong>: Eine umfangreiche Familiengeschichte als Stück Zeitgeschichte mit hohem Unterhaltungswert.</p>
<p style="text-align:justify;">[1] Lesenswertes Interview mit der Autorin über das Buch in <a href="http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11706" target="_blank">literaturkritik.de</a>.</p>
<p style="text-align:justify;">Eva Menasse<em><br />
Vienna<br />
</em>btb, 2007, 432 S.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Erstveröffentlichung der Besprechung bei <a href="http://radiergummi.wordpress.com/2010/08/16/eva-menasse-vienna/" target="_blank">aus.gelesen</a>.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/autobiographie/'>Auto/biographie</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2057/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2057&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Irene Dische: Großmama packt aus</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 06:15:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>synaesthetisch</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Auto/biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Großmama packt aus]]></category>
		<category><![CDATA[Irene Dische]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Manchmal möchte man ein neues Buch nur eben rasch anlesen, sicher gehen, dass es einem gefällt. Gleich hat man noch etwas anderes vor, vielleicht sogar eine wichtige Erledigung. Dumm nur, wenn man das Buch schon nach den ersten paar Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann und weiterlesen muss. Genauso ist es mir mit <em>Großmama packt aus</em> ergangen: Die Buchstaben sprangen aus den Seiten, kletterten in meinen Kopf, haben mein Herz berührt und mich nicht mehr loslassen wollen; in einem Rutsch habe ich den Roman gelesen.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/03/22/irene-dische-grosmama-packt-aus/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1652&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Manchmal möchte man ein neues Buch nur eben rasch anlesen, sicher gehen, dass es einem gefällt. Gleich <img class="alignright  wp-image-1654" title="dische_großmama" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2011/12/dische_groc39fmama.jpeg?w=132&h=210" alt="" width="132" height="210" />hat man noch etwas anderes vor, vielleicht sogar eine wichtige Erledigung. Dumm nur, wenn man das Buch schon nach den ersten paar Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann und weiterlesen muss. Genauso ist es mir mit <em>Großmama packt aus</em> ergangen: Die Buchstaben sprangen aus den Seiten, kletterten in meinen Kopf, haben mein Herz berührt und mich nicht mehr loslassen wollen; in einem Rutsch habe ich den Roman gelesen.<span id="more-1652"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Es ist Großmama Dische, eigentlich Elisabeth Rother, die mich so gefangen nahm. Großmama kennt weder falsche Scham, noch Bescheidenheit. Sie spricht das aus, was sie denkt, schont niemanden und spricht, wie ihr der Schnabel gewachsen ist: zynisch, bitterböse, humorvoll und analytisch gleichzeitig. Doch Großmama darf das, sie ist nämlich schon tot und berichtet von ihrer himmlischen Wolke aus über das Überleben im Nationalsozialismus, über Flucht, Vertreibung, Auschwitz und das Leben im amerikanischen Exil. Politisch korrekt ist hier nichts. Ganz im Gegenteil.</p>
<p style="text-align:justify;">Besonders die Männer bekommen ihr Fett weg: Ihnen, ihren beschädigten Genen ist es anzulasten, dass die Frauen der Familie zuweilen verschroben sind und seltsame Eigenheiten entwickeln. Beschädigt meint hier vor allem: jüdisch. Es ist besonders Dische, der unliebsame, weil lebensuntüchtige Schwiegersohn der Großmutter Dische, der ihre Polemik über sich ergehen lassen muss. Sie selbst ist nämlich keine Jüdin, sondern aufrechte Katholikin und weigert sich, in New York unter Juden zu leben. Ganz anders die „missratene“ Tochter. Insgesamt drei Juden heiratet die im Laufe ihres Lebens und macht ihrer Mutter nicht nur damit Kopfzerbrechen. Denn auch ihre Kinder, besonders die Enkelin Irene, leiden am „Dische-Faktor“. Dass das Mädchen keinen High-School-Abschluss hat, liegt selbstredend an der Verschrobenheit des blassen Vaters mit der seltsamen Nase.</p>
<p style="text-align:right;"><em>Carl war gefügig, Irene dagegen eine Tyrannin und widerspenstig bis dorthinaus. Seine Intelligenz zeigte sich sehr früh und ihr Mangel an Intelligenz ebenfalls. Ich will nicht übertreiben – dumm war sie nicht. Sie war einfach nur normal, und das war immerhin eine Erleichterung. Nicht noch ein Dische-Monster. Aber vom Wesen her war sie abartig.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Dass die Familiengeschichte der Disches ohne Brüche nicht auskommt, verwundert nicht: Außer einem Bruder in Australien sind alle Rothers in der Shoa ums Leben gekommen. Der Verlust aber wird verschwiegen, dies ist vermintes Gebiet, das selbst die Großmutter kaum antasten darf. Und trotzdem schwingt dieser Abgrund im ganzen Roman mit, es ist vor allem der alltägliche Antisemitismus im Kleinen, den die greise Erzählerin genau analysiert. Trotzdem ist <em>Großmama packt aus</em> kein Buch der Anklage, sondern eine tragisch-komische Familiengeschichte voller Schmerz und Enttäuschung auf der einen, Witz und Polemik auf der anderen Seite. Der Roman schafft, was kaum einem Sachbuch gelingen kann: Eine dunkle Geschichte voller Schrecken wird erzählt. Und sie ist dabei wahnsinnig unterhaltsam.</p>
<p>Irene Dische<br />
<em>Großmama packt aus</em><br />
dtv, Dezember 2006, 384 S., 9,90€</p>
<p>Diese Rezension ist zuerst auf <a href="http://synaesthetisch.wordpress.com/2011/10/16/rezension-irene-dische-grosmama-packt-aus/" target="_blank">syn-ästhetisch</a> erschienen.</p>
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		<title>Amir Gutfreund: Unser Holocaust</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 06:23:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>caterina</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Auto/biographie]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Amir Gutfreund]]></category>
		<category><![CDATA[David Grossman]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Israel]]></category>
		<category><![CDATA[Shoa]]></category>
		<category><![CDATA[Stichwort: Liebe]]></category>
		<category><![CDATA[Unser Holocaust]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Es sind die sechziger Jahre, die Nachbarskinder Amir und Effi wachsen in einer Vorortsiedlung von Haifa auf, die von Holocaust-Überlebenden bevölkert ist. Kein Wunder, dass auf dem Leben hier eine bedrückende Schwere lastet, die auch Amir und Effi spüren, ohne dass sie begreifen, wo ihr Ursprung liegt. Amirs Großvater Lolek hat den anderen Alten des Viertels verboten, in Gegenwart der Kinder über ihre Erlebnisse zu reden, doch sobald er fort ist, werden die Geschichten trotzdem erzählt, von <em>dort</em> – als sei der Holocaust, den die Erwachsenen immer nur «den Krieg» nennen, ein ferner Ort. In keinem Fall aber Vergangenheit.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/03/16/amir-gutfreund-unser-holocaust/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2043&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><strong>«Die Zeit verläuft nur für all jene schnurgerade, die nachts schlafen können»</strong></p>
<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-2044" title="gutfreund" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/03/gutfreund.jpg?w=125&h=200" alt="" width="125" height="200" />Es sind die sechziger Jahre, die Nachbarskinder Amir und Effi wachsen in einer Vorortsiedlung von Haifa auf, die von Holocaust-Überlebenden bevölkert ist. Kein Wunder, dass auf dem Leben hier eine bedrückende Schwere lastet, die auch Amir und Effi spüren, ohne dass sie begreifen, wo ihr Ursprung liegt. Amirs Großvater Lolek hat den anderen Alten des Viertels verboten, in Gegenwart der Kinder über ihre Erlebnisse zu reden, doch sobald er fort ist, werden die Geschichten trotzdem erzählt, von <em>dort</em> – als sei der Holocaust, den die Erwachsenen immer nur «den Krieg» nennen, ein ferner Ort. In keinem Fall aber Vergangenheit.<span id="more-2043"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Hier im Viertel hat der Holocaust nie aufgehört, die Bewohner tun nichts anderes als «Leichenkarren» zu ziehen, auch viele Jahre später noch. «Fahle Gestalten, die des Nachts etwas suchten, die in überhitzten Häusern beieinander hockten, die fragten: ‹Was gibt’s Neues?›, und antworteten: ‹Man lebt…›, lauter Notlügen, lauter Rettungsanker.» Das Leben hier ist eine Fassade, eine leere Hülle, die man mit den üblichen und auch notwendigen Dingen füllt – neue Arbeit, neue Ehen, neue Kinder. Die Menschen haben ihre Körper in dieses staubige Land gezerrt, sie schlafen und essen und atmen – angekommen sind sie dennoch nicht. «Es hatten nur von Muschelschalen umschlossene Erinnerungen überlebt.»</p>
<p style="text-align:justify;">Man könnte meinen, dies sei ein trauriger Ort zum Aufwachsen, all das Schweigen und Seufzen und das Weinen in der Nacht, all die verrückten und kauzigen Alten, die nach so vielen Jahren noch immer aus dem Fenster blicken und nach den Verschollenen rufen. Und doch: Amir und Effi «verlebten eine wunderbare Kindheit im Schatten ihrer Schrecken». Eine Kindheit voller eigentümlicher Gesetze und Verbote. Das «Verdichtungsgesetz» etwa besagt, dass man es mit der Verwandtschaft nicht allzu genau nehmen darf, Lücken in der Familie werden mit Nachbarn und Bekannten gefüllt, die fortan «Großvater» oder «Onkel» heißen.</p>
<p style="text-align:justify;">Und dann ist da das Verbot, Fragen zu stellen, und damit einhergehend die Notwendigkeit, «das Alter zu erreichen». Die Kinder sind auf sich allein gestellt, niemand ist willens, ihnen Erklärungen zu liefern für das, was sie täglich an Sonderbarem zu hören und zu sehen bekommen. Dass der «Holocaust» hinter all dem steckt, wissen sie. Aber in welcher Verbindung steht dieser «familieninterne», «verborgene» Holocaust zu den sechs Millionen, derer die Schule Jahr für Jahr in einer Schweigeminute gedenkt, in der Effi immer in glucksendes Lachen ausbricht? Amir und Effi sind zwölf, als sie beschließen, all die Geschichten der Alten zu sammeln und zu entschlüsseln, um endlich, endlich zu verstehen.</p>
<p style="text-align:justify;">Bruchstückhaft sind diese Geschichten, zeitlich und räumlich diffus: «die Zeit verläuft nur für all jene schnurgerade, die nachts schlafen können». Die Fragmente aneinanderzufügen, gelingt Amir und Effi nicht, was bleibt, ist ein «Kaleidoskop», in dem die Bilder wieder und wieder zerfallen und immer neue Muster ergeben, aber kein sinnvolles Ganzes. Dieses Scheitern lässt Amir nicht mehr los, auch nicht, als er längst erwachsen ist. Nun endlich kann er «dokumentieren», kann die Geschichten seiner «Großväter» und seiner Eltern, die bereit sind zu erzählen, aufschreiben. Kann darüber hinaus die Lebensläufe der Täter studieren, die nie für ihre Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wurden.</p>
<p style="text-align:justify;">Doch der erwachsene Amir begibt sich nicht nur auf die Suche nach der Vergangenheit, ihm stellt sich auch die Frage nach der Zukunft, denn umso mehr er begreift, desto größer werden sein Entsetzen und seine Furcht. Was ist, wenn so etwas noch einmal geschieht? Wer wäre Opfer, wer Täter, wer würde wegschauen, wer Widerstand leisten? Ja: Auf welcher Seite stünde man selbst? Der Holocaust wird zu einer regelrechten Obsession für Amir: «Ich erziehe meinen Sohn Jariv dazu, stark zu sein, leiden zu können, durchzuhalten. Anat pult ihm die Kerne aus der Tomate. Ich rege mich auf, sie auch: ‹Jariv ist von uns beiden, deine Hälfte kannst du in Buchenwald großziehen, meine schicke ich in Miras Kindergarten!›».</p>
<p style="text-align:justify;">Der studierte Mathematiker Amir Gutfreund, selbst Sohn von Holocaust-Überlebenden, greift in seinem Debütroman viele Motive aus David Grossmans Meisterwerk <em>Stichwort: Liebe</em> auf. Auch hier versucht ein kindlicher Protagonist vergebens, die rätselhafte Welt der Überlebenden zu durchdringen, und Jahre später begegnen wir einem obsessiven Mann, der die Shoah nicht als Vergangenheit, sondern als eine immer präsente Bedrohung sieht, der sich zur Härte erzieht und sich schwertut, seinen so ängstlichen, zögerlichen Sohn (der ebenfalls Jariv heißt) zu lieben. Für ihn scheint das Wissen darüber, wozu der Mensch in der Lage ist, nur einen Schluss zuzulassen: Man muss sämtliche Verbindungen (zu Personen, zu Orten, zu sich selbst) von vornherein trennen, nur so bleibt einem jeglicher Schmerz erspart.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass genau das Gegenteil der Fall ist, dass also Liebe und der Glaube an die Menschheit (die Menschlichkeit) der Schlüssel sind, finden beide Protagonisten jeder auf seine Weise heraus. Grossman schildert diesen Prozess auf ungleich fantasievollere, vielschichtigere und tiefgründigere Weise. Der Vergleich zu <em>Stichwort: Liebe</em> liegt nahe, und doch muss Amir Gutfreunds <em>Unser Holocaust</em> ihm nicht standhalten, um ein ausgesprochen lesenswertes Buch zu sein. Mit Feingefühl und – im wunderbaren ersten Kapitel über Amirs und Effis Kindheit in der Vorortsiedlung Haifas – auch mit einer Leichtigkeit, die ungewöhnlich ist für dieses Thema und die leider im zweiten und dritten Teil abhanden kommt, erzählt der Autor davon, wie die Shoa auch zur Erfahrung der nachfolgenden Generationen wird: keine direkte, sondern eine in Form von Leerstellen gewissermaßen vererbte Erfahrung, die aber nicht minder identitätsstiftend ist.</p>
<p style="text-align:justify;">Amir Gutfreund<br />
<em>Unser Holocaust</em><br />
Aus dem Hebräischen von Markus Lemke<br />
Berlin Verlag, 2003, 633 Seiten</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Die Rezension ist zeitgleich auf <a href="http://caterinaseneva.wordpress.com/2012/03/16/amir-gutfreund-unser-holocaust/" target="_blank">SchöneSeiten</a> erschienen.</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/autobiographie/'>Auto/biographie</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/2043/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=2043&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Adriana Altaras: Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Mar 2012 05:17:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[.Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Auto/biographie]]></category>
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		<category><![CDATA[Adriana Altaras]]></category>
		<category><![CDATA[Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie]]></category>

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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Adriana Altaras steht eine schwere Aufgabe bevor: Ihre Eltern sind kurz hintereinander gestorben, ihre Wohnung steht leer und der elterliche Nachlass wartet darauf, geordnet zu werden. Offenbar ist das der Punkt, an dem Adriana beschließt, die Lebensgeschichte ihrer Eltern, deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nur ausschnittweise begriffen hatte, aufzuschreiben.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/03/10/adriana-altaras-titos-brille-die-geschichte-meiner-strapaziosen-familie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1862&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1863" title="altaras" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/01/adriana-altaras-titos-brille.jpg?w=122&h=200" alt="" width="122" height="200" />Adriana Altaras steht eine schwere Aufgabe bevor: Ihre Eltern sind kurz hintereinander gestorben, ihre Wohnung steht leer und der elterliche Nachlass wartet darauf, geordnet zu werden. Offenbar ist das der Punkt, an dem Adriana beschließt, die Lebensgeschichte ihrer Eltern, deren Bedeutung für ihr eigenes Leben sie bisher nur ausschnittweise begriffen hatte, aufzuschreiben.<span id="more-1862"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Eingebettet in ihren Lebensalltag mit einem nichtjüdischen Mann, der viel Verständnis aufbringt für die Neurosen der Nachkommen der Holocaust-Überlebenden, mit den Kindern, diversen Freunden und ihrem Beruf als Schauspielerin und Regisseurin, rekapituliert Adriana Altaras das Leben ihrer Eltern.</p>
<p style="text-align:justify;">Das Sichten der Hinterlassenschaften ihrer Eltern, die jede Kleinigkeit in ihrer Wohnung aufgehoben hatten, vergegenwärtigt Adriana Altaras nicht nur das Leben des Vaters und der Mutter, sondern konfrontiert die deutsche Jüdin auch mit ihrem eigenen Jüdischsein und ebenso mit einer Zeit, in der es lebensgefährlich war, ein Jude zu sein.</p>
<p style="text-align:justify;">Altaras schreibt über ihren 1918 in Split geborenen Vater Jakob, der als Medizinstudent in  Italien das Dritte Reich überlebte und dabei den Mut hatte, vierzig jüdische Kinder aus Kroatien vor dem Transport in ein Vernichtungslager zu retten. Nach dem Krieg ist Jakob Altaras in der jugoslawischen Parteihierarchie sehr weit aufgestiegen, fiel aber 1964 als Jude in Ungnade und wurde aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. Über Zürich floh er nach Deutschland, wo er als Arzt tätig war und später als Professor für Radiologie an der Universität eine Lebensstellung erhielt. In Gießen gründete er eine jüdische Gemeinde und erreichte, dass die Synagoge wieder aufgebaut wurde. Sein Traum war es, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland zu werden und dort mit den Zuständen, die er immer wieder kritisierte, aufzuräumen.</p>
<p style="text-align:justify;">In seiner zweiten Ehe war er mit Thea Altaras verheiratet, einer Architektin, die für ihre Forschungen und Veröffentlichungen zur jüdischen Architektur in Hessen bekannt wurde. Als Tochter dieses Paares ist Adriana Altaras aufgewachsen. Die Fotos vor allem sind es, die sie zurückführen in eine teilweise unbekannte Vergangenheit ihrer Eltern: &#8220;<em>Ich weiß genau, warum ich keine alten Fotos mag. Geschichten, die nicht einmal im Traum zu verdauen sind</em>&#8220;.</p>
<p style="text-align:justify;">Wie die Autorin diese große Geschichte und die damit verbundenen zahllosen kleinen Geschichten erzählt, ist äußerst unterhaltsam. Denn Altaras schreibt mit einem bewundernswerten Humor, mit dem sie ihre eigene jüdische Identität in Deutschland zwar reflektiert, ohne sie jedoch permanent vor sich her zu tragen. Ich habe viele Bücher von Autoren gelesen, die als Kinder von Überlebenden schreibend versuchten, etwas zu bewältigen von der unendlichen Trauer und Last, die die Eltern ihnen gewissermaßen vererbten &#8211; vor allem dadurch, dass sie schwiegen. Besonders hingewiesen sei hier auf das jüngste Buch von Lizzie Doron, <em>Das Schweigen meiner Mutter</em>. Keines aber hat mich so fasziniert, stellenweise begeistert wie diese &#8220;Geschichte meiner strapaziösen Familie&#8221;.</p>
<p style="text-align:justify;">Es gelingt Altaras, die innerjüdischen Auseinandersetzungen in Deutschland geschickt zwischen den Zeilen zu kommentieren. Außerdem vermittelt sie auch nichtjüdischen Lesern das Lebensgefühl einer Frau mit einer solchen Lebensgeschichte im Rücken.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wir danken unserem Gastautor Winfried Stanzick für diese Rezension.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Adriana Altaras<br />
<em>Titos Brille. Die Geschichte meiner strapaziösen Familie<br />
</em>Kiepenheuer &amp; Witsch 2011, 272 Seiten<em><br />
</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/'>.Literatur</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/autobiographie/'>Auto/biographie</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/literatur/roman/'>Roman</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1862/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1862&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Wibke Bruhns: Meines Vaters Land</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 05:40:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutscher Widerstand]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Georg Klamroth]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Familiengeschichten von der Kaiserzeit bis zum Dritten Reich gibt es viele, aber nur wenige sind so gut belegt wie die von den Klamroths. Wibke Bruhns ist ihrer eigenen Familiengeschichte auf die Spur gegangen und hat sich die Frage gestellt, wie involviert ihre Familie wirklich in die Verbrechen des Dritten Reiches war. Bruhns Aufzeichnung der Familiengeschichte ist zugleich eine Suche nach ihrem Vater. Dieser wurde 1944 in Plötzensee im Zusammenhang mit dem Attentat auf Hitler am 22. Juni exekutiert. Sie war damals erst sechs Jahre und hat kaum Erinnerungen an ihn.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/03/05/wibke-bruhns-meines-vaters-land/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1994&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:justify;"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-1995" title="Bruhns" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/02/bruhns.jpg?w=125&h=200" alt="" width="125" height="200" />Familiengeschichten von der Kaiserzeit bis zum Dritten Reich gibt es viele, aber nur wenige sind so gut belegt wie die von den Klamroths. Wibke Bruhns ist ihrer eigenen Familiengeschichte auf die Spur gegangen und hat sich die Frage gestellt, wie involviert ihre Familie wirklich in die Verbrechen des Dritten Reiches war.<span id="more-1994"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Bruhns Aufzeichnung der Familiengeschichte ist zugleich eine Suche nach ihrem Vater. Dieser wurde 1944 in Plötzensee im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli auf Hitler exekutiert. Sie war damals erst sechs Jahre und hat kaum Erinnerungen an ihn. In der Familie war der Vater ein Tabuthema &#8211; nicht nur wegen seiner seltsamen Rolle während des Krieges, sondern auch noch aus anderen Gründen, auf die Bruhns erst bei ihrer Recherche stößt.</p>
<p style="text-align:justify;">Bruhns Buch beruht auf Fakten. Die Klamroths waren bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine wohlhabende Industriellenfamilie, die ein Familienarchiv geführt hat. Dementsprechend kann Bruhns auf viele Briefe und Fotos zurückgreifen und die Geschichte ihres Vaters von seiner Geburt an rekonstruieren. Zwischen die historischen Passagen schiebt sie immer wieder eigene Kommentare ein. Je näher sie dem Ende ihres Vaters kommt, desto schwieriger wird das Aufschreiben für sie &#8211; denn sie merkt, dass ihr Vater doch mehr ins Dritte Reich verstrickt war, als sie geglaubt hatte.</p>
<p style="text-align:justify;">Bruhns versucht nicht einfach, die Vergangenheit im Bezug auf das Dritte Reich und den Antisemitismus zu durchleuchten, sondern sie zeichnet auch die Lebensstationen ihres Vaters mit großer Sorgfalt nach. Es ist dabei erstaunlich, wie eine eigentlich weltoffene Familie wie die Klamroths doch vom preußischen Militarismus geprägt ist &#8211; und wie schließlich auch Antisemitismus eine Rolle spielt. Vieles muss leider aber auch vage bleiben, da nicht mehr alle Dokumente existieren.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Meines Vaters Land</em> &#8211; schon der Titel verdeutlicht die Distanz, die Bruhns zu ihrem Vater hat. Und trotzdem akzeptiert sie ihn am Ende, erkämpft sie sich eine Vaterfigur durch das Schreiben. Auch wenn Teile der Geschichte im Dunkeln bleiben, versucht sie die ganze Zeit offen und kritisch-selbstreflexiv ein distanziertes Bild zu gewinnen. Das macht dieses Buch auch so lesenswert: Die Kombination aus historischen Dokumenten und dem ganz subjektiven Umgang mit ihnen.</p>
<p style="text-align:justify;">Auch wenn dieses Buch nicht direkt das Leben einer jüdischen Familie nachzeichnet, so gibt es doch ein genaues und unverblümtes Stimmungsbild der damaligen Zeit und zeigt, dass Ideologien des Dritten Reiches auch von gebildeten Leuten unhinterfragt übernommen wurden.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Wibke Bruhns</em><br />
<em>Meines Vaters Land</em><br />
<em>Econ Verlag, 2004, 386 Seiten</em></p>
<p style="text-align:justify;">Herzlichen Dank an unsere Gastrezensentin Friederike für diese Besprechung! Friederikes Blog ist der &#8220;<a href="http://blauraum.net/" target="_blank">Blauraum</a>&#8220;.</p>
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		<title>Jüdischer Friedhof Weißensee Berlin</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 05:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Frollein Wortstark</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erinnerungsorte]]></category>
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		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Friedhof]]></category>
		<category><![CDATA[Kurt Tucholsky]]></category>
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		<description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">"<em>Da, wo Chamottefabriken stehn / – Motorgebrumm – / da kannst du einen Friedhof sehn, / mit Mauern drum.</em>" Chamottefabriken findet man heute nicht mehr in Weißensee, Motorgebrumm umso mehr. Die Mauern um den größten noch bestehenden jüdischen Friedhof Europas stehen auch noch heute auf festem Grund. Wenn man an einem kalten Wintertag einen Spaziergang nach Weißensee macht, nehmen die vielen tausende Grabsteine die volle Aufmerksamkeit in Anspruch.</p> <a href="http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/02/28/judischer-friedhof-weisensee-berlin/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#187;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1965&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><em>Da, wo Chamottefabriken stehn</em><br />
<em> – Motorgebrumm –</em><br />
<em> da kannst du einen Friedhof sehn,</em><br />
<em> mit Mauern drum.</em><br />
<em> Jedweder hat hier seine Welt:</em><br />
<em> ein Feld.</em><br />
<em> Und so ein Feld heißt irgendwie:</em><br />
<em> O oder I &#8230;</em><br />
<em> Sie kamen hierher aus den Betten,</em><br />
<em> aus Kellern, Wagen und Toiletten,</em><br />
<em> und manche aus der Charité</em><br />
<em> nach Weißensee,</em><br />
<em> nach Weißensee.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Chamottefabriken findet man heute nicht mehr in Weißensee, Motorgebrumm umso mehr. Die Mauern um den größten noch bestehenden jüdischen Friedhof Europas stehen auch noch heute auf festem Grund. Wenn man an einem kalten Wintertag einen Spaziergang nach Weißensee macht, nehmen die vielen tausende Grabsteine die volle Aufmerksamkeit in Anspruch. Über die Herbert-Baum-Straße, welche nach dem jüdischen Widerstandskämpfer gegen die faschistische Diktatur benannt wurde, gelangt man auf das parkähnliche Anwesen. Weiden, Pappeln, Linden und Eichen sind das Zuhause von vielen tierischen Bewohnern wie z.B. Greifvögeln und Füchsen. Im Sommer kann man durch den Efeu, der den Friedhof im Griff hat und die Armengräber fast völlig überrankt, fast vergessen, wo man sich befindet.<span id="more-1965"></span></p>
<p style="text-align:justify;">Als der Friedhof 1880 eingeweiht wurde, lag Weißensee noch außerhalb von Berlin. Dass die Anlage mit 40 ha Grundstück mehr als 100 Jahre später versteckt im dichten Großstadtdschungel liegt, konnte damals wohl auch Kurt Tucholsky, der dem Friedhof 1925 ein Gedicht widmete, nicht ahnen. Wie konnte der Friedhof zu einem solchen Umfang anwachsen? Die jüdische Religion sieht es vor, dass die Gräber für immer bestehen bleiben und nicht wie bei anderen Friedhöfen nach einer gewissen Zeit, oft nach höchstens 30 Jahren, eingeebnet und neu vergeben werden. So wächst der Jüdische Friedhof, der von Hugo Licht geplant und gestaltet wurde, an. Auf den 115.000 Gräbern finden sich auch die Namen der Verleger Samuel Fischer und Rudolf Mosse, des Hertie-Gründers Hermann Tietz oder des Schriftstellers und Politikers Stefan Heym. Die Grabstätte für Albert Mendel wurde von Walter Gropius gestaltet.</p>
<p style="text-align:justify;">Dass der Friedhof den Zweiten Weltkrieg fast vollkommen unbeschadet überstanden hat, grenzt im ersten Augenblick an ein Wunder. Im zweiten Augenblick ist es fast logisch, denn: diese Juden hier waren schon tot und für Nazi-Deutschland keine Gefahr mehr.</p>
<p style="text-align:justify;">Während an den Außenmauern und entlang den breiten Hauptgängen die riesigen Mausoleen und Grabstätten stehen, die sich die reichere und prominente jüdische Gesellschaft Ende der 19. Jahrhunderts und noch Anfang des 20. Jahrhunderts gesichert hatten, findet man in der Mitte der Anlage die Gräber der Juden, die kurz vor dem Beginn von Hitler-Deutschland gestorben sind. Eine klaffende Lücke zwischen den Jahrgängen &#8217;32 und Ende der 50er Jahre deutet mit einem Fingerzeig auf die deutsche Geschichte. Es gab zumindest offiziell nur noch wenig Juden, die in Berlin begraben werden konnten.</p>
<p style="text-align:justify;">Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Friedhof zusehends an Bedeutung. In West-Berlin gründete sich eine westdeutsche jüdische Gemeinde. Der Friedhof in Weißensee wurde nur noch von der kleinen Ost-Berliner Gemeinde genutzt. Da es aber kaum Hinterbliebene gab und Denkmalschutz in der DDR nicht großgeschrieben wurde, verfielen in dieser Zeit viele Gräber. Zudem sollte eine große Umgehungsstraße, die schon lange geplant war, quer durch den Friedhof realisiert werden. Der vorgesehene Grünstreifen auf dem Friedhofsgelände gehörte aus diesem Grund nicht der jüdischen Gemeinde und dort wurde auch nicht bestattet. Nach Protesten, vor allem durch Heinz Galinski, dem damaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Berlin, wurde der Plan jedoch nicht weiter verfolgt. Nun werden auch in diesem Teil des Friedhofs Beerdigungen durchgeführt.</p>
<p style="text-align:justify;">Im vorderen Bereich der Anlage findet man überwiegend Gräber von osteuropäischen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde. Wieder eine bittere Wahrheit: Es gibt in dieser Generation einfach keine in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Juden. Mit den neuen, manchmal in kyrillisch geschriebenen Namen hielten auch neue Sitten Einzug. Schön ist die Tradition, dass man nach jedem Besuch einer jüdischen Grabstätte einen Stein auf den Rand des Grabes legt. Im Winter überblickt man ganze Grabfelder, auf denen die Steine als stumme Zeugen fungieren. Und wenn man einige Schritte lang gar keine Steine sichtet, sagt das auch viel. Auf den neueren Gräbern findet man nun aber auch Blumengestecke, Sträuße und Grabkerzen. Auch ein jüdischer Friedhof geht mit der Zeit. So findet man viele Besucher, die sich im Sommer von der berückenden und kühlenden Atmosphäre verlocken lassen. Im Winter geht man mit stechendem Atem durch die Reihen und liest unzählige Namen mit unerzählten Geschichten.</p>

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<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/02/28/judischer-friedhof-weisensee-berlin/grabstein_kuerschner/' title='grabstein_kuerschner'><img data-liked='0' data-reblogged='0'data-attachment-id='2020' data-orig-size='298,448' data-image-meta='{&quot;aperture&quot;:&quot;5.6&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;PENTAX K20D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1327850964&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;23.13&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.011111111111111&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}' width="133" height="200" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/02/grabstein_kuerschner.jpg?w=133&h=200" class="attachment-thumbnail" alt="grabstein_kuerschner" title="grabstein_kuerschner" /></a>
<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/02/28/judischer-friedhof-weisensee-berlin/steine_kuerschner/' title='steine_kuerschner'><img data-liked='0' data-reblogged='0'data-attachment-id='2021' data-orig-size='298,448' data-image-meta='{&quot;aperture&quot;:&quot;6.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;PENTAX K20D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1327850158&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;23.13&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0055555555555556&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}' width="133" height="200" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/02/steine_kuerschner.jpg?w=133&h=200" class="attachment-thumbnail" alt="steine_kuerschner" title="steine_kuerschner" /></a>
<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/02/28/judischer-friedhof-weisensee-berlin/weg_kuerschner/' title='weg_kuerschner'><img data-liked='0' data-reblogged='0'data-attachment-id='2022' data-orig-size='298,448' data-image-meta='{&quot;aperture&quot;:&quot;8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;PENTAX K20D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1327851808&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;28.13&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0028571428571429&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}' width="133" height="200" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/02/weg_kuerschner.jpg?w=133&h=200" class="attachment-thumbnail" alt="weg_kuerschner" title="weg_kuerschner" /></a>
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<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/2012/02/28/judischer-friedhof-weisensee-berlin/winter_friedhof_kuerschner/' title='winter_friedhof_kuerschner'><img data-liked='0' data-reblogged='0'data-attachment-id='2024' data-orig-size='448,297' data-image-meta='{&quot;aperture&quot;:&quot;6.7&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;PENTAX K20D&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1327851744&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;18&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;200&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.004&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;}' width="200" height="132" src="http://juedischelebenswelten.files.wordpress.com/2012/02/winter_friedhof_kuerschner.jpg?w=200&h=132" class="attachment-thumbnail" alt="winter_friedhof_kuerschner" title="winter_friedhof_kuerschner" /></a>

<p style="text-align:justify;">Kurt Tucholskys Grab findet man übrigens nicht in Weißensee. Er starb in Schweden, und in seinem Todesjahr 1935 wäre eine Übersetzung wohl grundsätzlich unmöglich gewesen.</p>
<p style="text-align:center;"><em>Da, wo ich oft gewesen bin,</em><br />
<em> zwecks Trauerei,</em><br />
<em> da kommst du hin, da komm ich hin,</em><br />
<em> wenns mal vorbei.</em><br />
<em> Du liebst. Du reist. Du freust dich, du –</em><br />
<em> Feld U –</em><br />
<em> Es wartet in absentia</em><br />
<em> Feld A.</em><br />
<em> Es tickt die Uhr. Dein Grab hat Zeit,</em><br />
<em> drei Meter lang, ein Meter breit.</em><br />
<em> Du siehst noch drei, vier fremde Städte,</em><br />
<em> du siehst noch eine nackte Grete,</em><br />
<em> noch zwanzig–, dreißigmal den Schnee –</em><br />
<em> Und dann:</em><br />
<em> Feld P – in Weißensee –</em><br />
<em> in Weißensee.</em></p>
<p style="text-align:justify;">Wer nicht die Möglichkeit hat, den Jüdischen Friedhof in Weißensee zu besuchen, kann sich den beeindruckenden Dokumentarfilm von Britta Wauer anschauen, der den Panorama Publikumspreis bei den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2011 erhielt: <a href="http://www.imhimmelunterdererde.de/">www.imhimmelunterdererde.de</a>.</p>
<p style="text-align:justify;"><em>Herzlichen Dank an unsere Gastautorin <a href="http://www.frollein-wortstark.de/" target="_blank">Frollein Wortstark</a> für diesen Beitrag!</em></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/erinnerungsorte/'>Erinnerungsorte</a>, <a href='http://juedischelebenswelten.wordpress.com/category/erinnerungsorte/friedhofe/'>Friedhöfe</a>  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/juedischelebenswelten.wordpress.com/1965/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=juedischelebenswelten.wordpress.com&#038;blog=22587410&#038;post=1965&#038;subd=juedischelebenswelten&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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