Was wäre, wenn jungen Leuten die Chance eröffnet würde, Fragen an Menschen jüdischer Herkunft bzw. Experten zu richten und unter Einsatz moderner Medien selbst ein Projekt durchzuführen? Die Konrad-Adenauer-Stiftung möchte dies Wirklichkeit werden lassen. Jugendliche und junge Erwachsene können an unserem Kreativwettbewerb “Jüdisches Leben heute” teilnehmen, welcher ihnen eine neue Perspektive auf das jüdische Leben verspricht. Sie sollen sich gestalterisch oder dokumentarisch mit jüdischem Leben heute befassen: sei es mit Videos, Animationen, Grafik-Designs, Musikstücken, Homepages, Zeichnungen oder auch Texten.
Vom 16.04. bis zum 22.04. veranstaltet unsere Gastautorin Vera alias Bücherliebhaberin auf ihrem Blog glasperlenspiel13 eine Jüdische Woche. Das heißt, dass jeden Tag ein Beitrag über jüdische Literatur bzw. jüdische Schriftsteller erscheinen wird. In dieser Woche besucht sie drei unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema in Frankfurt und veröffentlicht die entsprechenden Erlebnisberichte. Des Weiteren wird es einen Gastbeitrag über einen schon fast vergessenen jüdischen Schriftsteller, eine Verlags- und eine Blogvorstellung geben. Ein aktuelles Buch gibt es ebenfalls zu gewinnen.
Die Süddeutsche Zeitung hat unlängst mit zwei interessanten Artikeln mein Interesse geweckt. Was passiert mit einem Volk oder einer Volksgruppe, die eine Diktatur erlebt hat? Die an ihr direkt oder indirekt beteiligt war, mitgewirkt und zugleich auch gelitten hat? “Erinnerungskultur” heißt dieser Komplex, dem sich Soziologen und Historiker widmen.
In einer der letzten ZEIT Literatur-Ausgaben habe ich einen sehr interessanten Artikel über Hans Keilson gelesen. Viele werden sicher fragen: WER? Ja, so ging es mir auch. Den deutsch-jüdischen Schriftsteller könnte man auch unter “Wiederentdeckt” einsortieren, falls man überhaupt etwas von Kategorisierungen hält. Sein Werk war jahrzehntelang weitgehend unbekannt, und erst die amerikanische Schriftstellerin Francise Prose schenkte ihm Mitte 2010 in einem Artikel in der New York Times die nötige Aufmerksamkeit. Seit dem steigen die Auflagen und die Nachfragen nach den Rechten für neue Ausgaben und Übersetzungen.
Das United States Holocaust Memorial Museum hat eine bemerkenswerte Initiative ins Leben gerufen. Unter dem Titel Remember me haben Mitarbeiter des Museums 1100 Fotografien von Kindern und Jugendlichen zusammengetragen, die im Laufe der nationalsozialistischen Vernichtungsorgie von ihren Familien getrennt wurden, versteckt überleben konnten oder als Waisen endeten.* Die Bilder wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von verschiedenen Hilfsorganisationen gemacht, um es Angehörigen zu erleichtern, ihre Kinder wiederzufinden.
Hier kann man sich – vollkommen kostenlos und unverbindlich – die Jubläumsausgabe der Zeitung des deutschen Judentums als pdf anschauen und auch abspeichern. Die Jubiläumsausgabe stammt aus dem Jahr 1937, ein Jahr später wurde sie verboten. Der Kampf um die gleichberechtigte Teilnahme an der deutschen Kultur, den die Mitarbeiter besonders während des erstarkenden Antisemitismus führten, war leider vergebens.