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Auto/biographie

Diese Kategorie enthält 37 Artikel

Waldtraut Lewin: Leo Baeck. Geschichte eine deutschen Juden

Er war wohl einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Judentums des 20. Jahrhunderts, der Rabbiner Leo Baeck, dessen Leben die Autorin Waldtraut Lewin in dieser beeindruckenden Romanbiographie eingefangen hat. In einem gelungenen Wechsel schiebt sie immer wieder dokumentarische Teile ein in die literarisch anspruchsvoll geschilderte Lebensgeschichte eines Mannes, der, als die Nazis 1933 an die Macht kommen, schon lange einer der einflussreichsten Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland war.

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Sima Vaisman: In Auschwitz

Sima Vaisman wurde 1903 in Bessarabien, dem heutigen Moldawien geboren. Nach einem Medizinstudium (Gynäkologie) in Bukarest wanderte sie anfangs der 1930er-Jahre nach Paris aus. Da sie nicht die nötigen Geldmittel zur Verfügung hatte, um nochmals Medizin zu studieren, arbeitete sie schließlich als Zahnärztin. 1930 heiratete sie Pinkas Vaisman, der 1937, gerade dreiunddreißigjährig, starb. Anfangs des Zweiten Weltkrieges flüchtete sie nach Lyon. Im Dezember 1943 wurde sie in Maçon verhaftet und im Januar 1944 nach Auschwitz deportiert.

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Ari Rath: Ari heißt Löwe. Erinnerungen

Die hier vorliegenden Erinnerungen von Ari Rath, eines 1925 in Wien geborenen Juden, der nach seiner Emigration 1938 nach Palästina über viele Jahre aktiv in der Kibbuzbewegung tätig war, sind eindrucksvoll und bewegend. Ab 1958 arbeitete er als Redakteur, ab 1975 dann als Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, die unter seiner Leitung zu einer weltweit anerkannten und in ihrer politischen Haltung geschätzten englischsprachigen Zeitung in Israel wurde.

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Lizzie Doron: Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen ist ein dünnes Büchlein, das leicht und unscheinbar in der Hand liegt. Und doch wiegt es in Hand und Herz weit schwerer, als sein Umfang es erahnen lässt. Lizzie Doron erzählt darin von ihrer Mutter Helena, die aus dem Lande “Dort” stammt und in der Tel Aviver Nachbarschaft gleichsam hoch geachtet und für verrückt gehalten wird. Doron stellt 23 Episoden und Szenen aus ihrer Kindheit zusammen, alle jeweils um eine Erinnerung oder Begebenheit gruppiert; in allen erscheint die Mutter als patente, mutige Frau, deren Seele voller tiefer Kratzer ist.

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Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Ich glaube, ein derartiges Buch las ich noch nie: Edmund de Waals Der Hase mit den Bernsteinaugen – Biographie, Autobiographie, Reisebuch, kunstgeschichtliche Spurensuche, Familiengeschichte, jüdisches Leben … Das Buch enthält eine solche Fülle an Themen, die mich noch dazu alle interessieren, dass es mich ganz und gar fesseln und begeistern konnte. Der Stil, weitgehend berichtend, ist dennoch einfühlsam und durchsetzt mit persönlichen Erinnerungen und Eindrücken des Autors.

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Israel J. Singer: Von einer Welt, die nicht mehr ist

Israel Joshua Singer war der Sohn einer chassidischen Rabbinerfamilie aus dem Dorf Biłgoraj, dem heutigen Polen. Israel Singer ist zugleich der ältere Bruder des Literaturnobelpreisträgers Isaac Singer, und auch die ältere Schwester Esther hat ein beachtliches literarisches Werk hinterlassen. Israel Singer hat sich nach dem Besuch der Jeschiwa (Talmudschule) früh dem literarischen Schaffen zugewandt. Er arbeitete für diverse jüdische Zeitungen und literarische Revuen in Warschau und veröffentlichte zudem einige Novellen. Es dauerte nicht lange und Singer wurde Mitarbeiter des Vorwärts und Korrespondent des New Yorker Pendants. 1933 folgte die Auswanderung nach New York, wo er bereits 1944 starb. Von einer Welt, die nicht mehr ist erschien 1946 posthum.

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Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend

Ruth Klüger wurde 1931 als Susanne Klüger in Wien geboren. Aus der ersten Ehe ihrer Mutter hatte sie einen älteren, in Prag lebenden Halbbruder, Ruth Klüger selbst stammt aus deren zweiter Ehe mit einem wiederum aus kinderreicher, armer Familie kommenden jungen Mann, der studiert und sich als Frauenarzt in Wien niedergelassen hat. Es ging ihnen gut. Doch die Zeiten änderten sich. Die Achtjährige, die angestrengt und Schlaf vortäuschend dem Getuschel der Erwachsenen lauscht, hört diese vom Tod reden. Von Buchenwald und von Hans, der zurückgekommen ist und schweigt über das, was dort passiert ist. Gefoltert hat man ihn und Folter ist etwas, was man im Leben nicht mehr hinter sich lässt.

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Ágnes Zsolt: Das rote Fahrrad

„Dem Publikum neue Werte aufzudrängen, die es nicht will, ist die wichtigste und schönste Mission des Verlegers.“ Mit diesem Diktum von Samuel Fischer aus dem Jahr 1859 als Motto geht ein neuer Verlag in Wien an die Öffentlichkeit. Er nennt sich Nischen Verlag und hat mit seinem ersten Programm drei Bücher publiziert aus der Geschichte Ungarns im 20. Jahrhundert.
Eines davon ist das vorliegende, 1949 zum ersten Mal in Ungarn veröffentlichte Tagebuch von Éva Heymann, der 13-jährigen Tochter von Ágnes Zsolt, die in zweiter Ehe mit dem berühmten ungarischen Schriftsteller und Politiker Bela Zsolt verheiratet war.

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Pali Meller: Papierküsse

“Denn wer weiß, wie lange diese Briefe das Einzige sind, was wir einander geben können, und wir wollen diese Zeit nutzen und uns sättigen an dem Schönen, was sie uns gibt, und blind bleiben für die Bitternis, die in ihr verborgen sein mag.” Das schreibt Pali Meller – ungarisch-österreichischer Architekt – seinen Kindern Paul (genannt Pila) und Barbara (genannt Barra) aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden. Wie sich bald herausstellt, bleiben die Briefe das Einzige und Letzte, was er seinen Kindern mit auf deren Lebensweg geben konnte.

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Barbara Bronnen: Meine Väter

Ohne den ersten Versuch der Annäherung an ihren Vater (Das Monokel, 2000) auch nur an einer Stelle zu erwähnen, macht sich die Schriftstellerin Barbara Bronnen in dem nun bei Insel erschienenen Buch Meine Väter noch einmal auf die Reise zurück in ihre eigenen Familiengeschichte. Sie will herausfinden, warum sowohl ihr Vater als auch ihr Großvater ihr ganzes Leben lang auf der Flucht waren vor ihrer eigenen jüdischen Identität.

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Johannes Tuchel: Hedwig Porschütz

Einige Tausend Juden überlebten den Zweiten Weltkrieg in Berlin, Kulke [4] spricht von 1.700, die versteckt wurden, andere Quellen reden von 9.000 [7] Überlebenden. Dies zeigt zweierlei: Es war möglich, im Dritten Reich Zivilcourage und Menschlichkeit zu zeigen, und diese stille, leise, oft lebensrettende Art des Widerstands wurde auch geleistet. Viel zu wenig, in viel zu geringem Ausmaß, aber es gab sie. Es war ein Widerstand, der mit hohem persönlichem Risiko verbunden war, der über eine lange Zeit geleistet werden musste und durch den jeder Helfer natürlich selbst in das Schussfeld der Judenjäger geraten ist.

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Mirjam Pressler: Malka Mai

Malka lebt mit ihrer älteren Schwester Minna und der Mutter in einem idyllischen Dörfchen in Polen, nahe der ungarischen Grenze. Malkas Mutter Hanna ist Ärztin, eine vitale Frau, die allein für die beiden Töchter sorgt und deren Fähigkeiten im ganzen Landkreis geschätzt werden. Lange verkennt sie die Gefahr, die von den schweren schwarzen Stiefelschritten der deutschen Soldaten ausgeht, glaubt, als gebildete Frau seien sie und die Töchter in Sicherheit. 1943 erweist sich das für Juden als ein fataler Irrtum.

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Hilde Schramm: Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux

Dora Lux hat keinen Wikipedia-Eintrag. Recherchiert man im Internet über sie, wird man nicht fündig werden. Dabei ist das Leben dieser Frau nicht nur interessant, ihr Lebenslauf ist vor dem geschichtlichen Hintergrund wahrscheinlich einmalig. Dora Lux gehörte zu den ersten Abiturientinnen, als sie und ihre Schwester Annemarie 1901 die Schule in Berlin abschlossen. Anschließend waren Dora und Annemarie eine der ersten Frauen, die studieren konnten. Sie war auch eine der ersten wissenschaftlich ausgebildeten Lehrerinnen in Deutschland.

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Silvia Tennenbaum: Straßen von gestern

Silvia Tennenbaums Roman Straßen von gestern wurde bereits in den frühen 80er Jahren veröffentlicht. 2012 hat sich der Schöffling & Co. Verlag dazu entschieden, es noch einmal in einer Neuauflage zu veröffentlichen. Der Hauptgrund für diese Entscheidung war, dass der Roman Teil des Projekts “Frankfurt liest ein Buch” wurde. Silvia Tennenbaum erzählt die Geschichte der Familie Wertheim, und es gelingt ihr auf beinahe 700 Seiten ein Panorama zu entwerfen, das sich von 1903 bis 1945 erstreckt.

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Jorge Semprún: Die große Reise

Eigentlich wollte ich die Vorstellung des Buches von Semprún [12] in etwa wie folgt beginnen: Das Buch handelt von den Erinnerungen eines jungen Mannes an eine lange Eisenbahnreise in einem überfüllten Waggon. Während dieser langen, langweiligen und unbequemen Reise kommen ihm Gedanken an seine Vergangenheit, die noch nicht reich an Jahren, jedoch an Ereignissen ist. Er erzählt diese Reise aus der Rückschau, sechzehn Jahre nachdem er sie getätigt hat, und so flicht er auch die Begebnisse ein, die sich am Ende der Reise, das inmitten Deutschlands lag, ereigneten. – Aber das würde dem Buch und dem Inhalt nicht gerecht werden. Also fange ich noch einmal von vorne an…

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