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Diese Kategorie enthält 102 Artikel

Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

rebloggt von lesewelle: Mordechai Wolkenbruch, schlicht Motti genannt, ist fünfundzwanzig Jahre alt und orthodoxer Jude. Seine Mutter führt in der Familie das Regiment und befindet, dass es Zeit wäre, dass auch ihr Jüngster endlich heiraten sollte. Heiratswillige jüdische Kandidatinnen gibt es genügend und gar manches Treffen mit anderen Müttern und ihren Töchtern finden nicht ganz zufällig statt. Doch … Weiterlesen »

Waldtraut Lewin: Leo Baeck. Geschichte eine deutschen Juden

Er war wohl einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des deutschen Judentums des 20. Jahrhunderts, der Rabbiner Leo Baeck, dessen Leben die Autorin Waldtraut Lewin in dieser beeindruckenden Romanbiographie eingefangen hat. In einem gelungenen Wechsel schiebt sie immer wieder dokumentarische Teile ein in die literarisch anspruchsvoll geschilderte Lebensgeschichte eines Mannes, der, als die Nazis 1933 an die Macht kommen, schon lange einer der einflussreichsten Vertreter des liberalen Judentums in Deutschland war.

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Sima Vaisman: In Auschwitz

Sima Vaisman wurde 1903 in Bessarabien, dem heutigen Moldawien geboren. Nach einem Medizinstudium (Gynäkologie) in Bukarest wanderte sie anfangs der 1930er-Jahre nach Paris aus. Da sie nicht die nötigen Geldmittel zur Verfügung hatte, um nochmals Medizin zu studieren, arbeitete sie schließlich als Zahnärztin. 1930 heiratete sie Pinkas Vaisman, der 1937, gerade dreiunddreißigjährig, starb. Anfangs des Zweiten Weltkrieges flüchtete sie nach Lyon. Im Dezember 1943 wurde sie in Maçon verhaftet und im Januar 1944 nach Auschwitz deportiert.

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Iris Hanika: Das Eigentliche

Es gibt Bücher, die lassen dich mit unzähligen Fragen zurück. Die lösen in dir etwas aus, ohne dass du dieses Etwas greifen kannst. Bücher, die dich regelrecht sprachlos machen; du willst etwas über sie sagen, aber du weißt nicht, was. Oder wie. Dabei scheinen sie dich geradezu aufzufordern, den Mund aufzumachen und Stellung zu beziehen. Das Eigentliche der deutschen Schriftstellerin Iris Hanika, deren Debütroman Treffen sich zwei 2008 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises gewählt wurde, ist ein solches Buch. Es hat nichts Geringeres als das Gedenken an die Verbrechen der Nationalsozialisten zum Gegenstand, und obwohl ich mich mit diesem Thema schon auf vielfältige Weise befasst habe, fällt mir der Zugang zu diesem Text schwer. Und noch schwerer fällt es mir, meine Leseeindrücke in die wohlgeordnete Form einer Rezension zu bringen.

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David Bezmozgis: Die freie Welt

In einer von autobiographischen Reminiszenzen nicht freien Geschichte erzählt der jüdische Autor David Bezmozgis von der jüdisch-lettischen Familie Krasnansky aus Riga, die 1978 aus der Sowjetunion ausreist, ohne im Westen ein genaues Ziel zu kennen. Anders als viele Autoren, die den Schwerpunkt ihrer Auswanderungsgeschichten, seien sie nun von Juden erzählt oder von anderen, auf die schwierige Ankunft und die problematische Integration am neuen Zufluchtsort legen, geht es in David Bezmozgis’ Roman um jene fünf Monate, die die Familie Krasnansky in ihrem Transitland Italien an einem Ort in der Nähe von Rom verbringt.

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Josha Zwaan: Parnassia

Josha Zwaan wurde 1963 geboren, sie schreibt für Zeitungen und Zeitschriften und arbeitet als Coach und Prozessbegleiterin. Ein Thema, mit dem sie sich lange beschäftigt hat, ist das Schicksal jüdischer Kinder, die den Holocaust in christlichen Pflegefamilien überlebt haben und anschließend nicht in ihre ursprüngliche Familie zurückgekehrt sind. Parnassia – ihr Debütroman – widmet sich genau diesem Thema und beruht auf historischen Begebenheiten.

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Patrick Modiano: Place de l’Étoile

“Der Erzähler Raphaël Schlemilovitch ist ein halluzinierender Held. Durch seine Gestalt wandern und kreisen auf rasenden Bahnen tausend Leben, die seine eigenen sein könnten, in einer aufwühlenden Phantasmagorie.” So kündigt Patrick Modiano dem Leser seinen Ich-Erzähler an, und bevor man also dessen Erlebnissen lauschen kann, ist eines klar: Dies ist ein besonderer Held. Keine festgefügte Person mit bestimmten Eigenschaften, nicht mal ein eindeutiger Charakter, sondern eine menschliche Hülle mit sprechendem Namen (der unglückliche Jude, der stets vom Pech verfolgt wird), die ihre Rollen wie das frische Hemd am Morgen wechselt.

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Ari Rath: Ari heißt Löwe. Erinnerungen

Die hier vorliegenden Erinnerungen von Ari Rath, eines 1925 in Wien geborenen Juden, der nach seiner Emigration 1938 nach Palästina über viele Jahre aktiv in der Kibbuzbewegung tätig war, sind eindrucksvoll und bewegend. Ab 1958 arbeitete er als Redakteur, ab 1975 dann als Chefredakteur und Herausgeber der Jerusalem Post, die unter seiner Leitung zu einer weltweit anerkannten und in ihrer politischen Haltung geschätzten englischsprachigen Zeitung in Israel wurde.

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David Grossman: Aus der Zeit fallen

David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren und gehört heutzutage zu den wichtigsten israelischen Schriftstellern. 2010 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zuletzt erschienen von ihm 2009 der Roman Eine Frau flieht vor einer Nachricht und im vergangenen Jahr Die Umarmung. Aus der Zeit fallen ist sein neuester Roman. Wir sind hier und er ist dort, grenzewig zwischen hier und dort.

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Amos Oz: Mein Michael

Jerusalem, 1950er Jahre: Hannah ist gerade zwanzig, als sie ihr Studium der Literaturwissenschaften beginnt und an einem regnerischen Winterabend auf Michael trifft. Der studiert Geologie im dritten Semester und hatte noch niemals eine Freundin. Beide sind fasziniert vom anderen und die feste Beziehung kommt schnell zustande. Doch schon beim zweiten Treffen spürt Hannah eine Distanz zwischen ihr und Michael, die sich durch Worte nicht überbrücken lässt, eine Vorahnung, auf die sie besser hätte hören sollen.

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Gershom Gorenberg: Israel schafft sich ab

Über kaum einen Konflikt wird so viel und so kontrovers diskutiert wie über den Nahostkonflikt – gerade in Deutschland mit seiner historischen Verantwortung für den Staat Israel. Aber wie immer sind es die Menschen, Israelis und Palästinenser, die einen hohen Preis für diesen Konflikt bezahlen. Nun ist ein Buch des orthodoxen Juden Gershom Gorenberg erschienen, eines der renommiertesten Experten für den Nahostkonflikt und die Geschichte Israels. Eines Israels, aus dem er „mit gespaltener Seele“ schreibt. Denn so wie er selbst ist auch sein geliebtes Land „gespalten zwischen seinen religiösen Idealen und religiösem Fanatismus“.

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Vladimir Jabotinsky: Die Fünf

Odessa um die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende… eine “fröhliche” Stadt voller Lebensfreude, Esprit, Kultur und Geschäftigkeit, eine junge Stadt am Schwarzen Meer, eine Heimat für Russen, Ukrainer, Bulgaren, Griechen und vor allem auch Juden. Ein gegenseitiges Sichbefruchten verschiedener Kulturen, hundert Sprachen sind zu hören, Musik für die Ohren… “Diese ersten Jahre des Jahrhunderts hießen damals ‘Frühling’: ein gesellschaftliches und staatliches Erwachen“, welches mit dem individuellen Frühling des Erzählers, eines jungen Mannes, zusammenfielen.

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Lizzie Doron: Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?

Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen ist ein dünnes Büchlein, das leicht und unscheinbar in der Hand liegt. Und doch wiegt es in Hand und Herz weit schwerer, als sein Umfang es erahnen lässt. Lizzie Doron erzählt darin von ihrer Mutter Helena, die aus dem Lande “Dort” stammt und in der Tel Aviver Nachbarschaft gleichsam hoch geachtet und für verrückt gehalten wird. Doron stellt 23 Episoden und Szenen aus ihrer Kindheit zusammen, alle jeweils um eine Erinnerung oder Begebenheit gruppiert; in allen erscheint die Mutter als patente, mutige Frau, deren Seele voller tiefer Kratzer ist.

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Cécile Wajsbrot: Aus der Nacht

Ähnlich wie das die israelische Schriftstellerin Lizzie Doron auf beeindruckende und erschütternde Weise in ihren Büchern tut, etwa in dem sehr empfehlenswerten Roman Der Anfang von etwas Schönem (Jüdischer Verlag 2007), spürt auch die französische Schriftstellerin Cécile Wajsbrot in Aus der Nacht der Frage nach, wie die Kinder der Überlebenden der Shoa ihr Leben bewältigen können, wie sie es schaffen, die dicke Mauer des Schweigens ihrer Eltern zu durchbrechen und einen inneren Kontakt zu schaffen zu dem, was doch auch ihre Geschichte ist. Im Unterschied zu Lizzie Doron, deren Mutter in Auschwitz war und die in Israel lebt, schreibt Cécile Wajsbrot aus einer französischen Perspektive.

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Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen

Ich glaube, ein derartiges Buch las ich noch nie: Edmund de Waals Der Hase mit den Bernsteinaugen – Biographie, Autobiographie, Reisebuch, kunstgeschichtliche Spurensuche, Familiengeschichte, jüdisches Leben … Das Buch enthält eine solche Fülle an Themen, die mich noch dazu alle interessieren, dass es mich ganz und gar fesseln und begeistern konnte. Der Stil, weitgehend berichtend, ist dennoch einfühlsam und durchsetzt mit persönlichen Erinnerungen und Eindrücken des Autors.

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