„Mehr Juden ins Kino“- so lautet der Claim des diesjährigen Jüdischen Filmfestivals, das in Berlin und Potsdam zu Hause ist. Pünktlich zum 18. Festival hat der Fotograf und Künstler Daniel Josefsohn die Kampagne mit den schwarzen Plakaten gestaltet. Bald wird man die Plakate in Berlin und Potsdam hängen sehen.
Stellt euch vor, ihr wollt eigentlich eine Kriminalgeschichte schreiben. Gerade seid ihr auf einen spannenden Kriminalfall aus dem Jahr 1938 gestoßen: Ein leichtes Mädchen ist grausam ermordet und dann verbrannt worden, zahlreiche Mitglieder der High Society kommen als Täter in Frage. Toll, denkt ihr, daraus lässt sich ein Berlin-Krimi mit “Dreißiger-Jahre-Touch” machen. Das dachte auch Eva Züchner. Aber einer der Liebhaber der Ermordeten Tilly A. ist Jude, und das Erforschen seiner Geschichte im Berlin der 1930er Jahre wird zu einer “Falltür im Boden der Geschichte”, die Züchner hinabsteigt. Und am Ende erzählt sie eine ganz andere, aber ebenso spannende Geschichte: Es ist vor allem die der jüdischen Familie Caro.
Rettungswiderstand nennt Lustiger die Bemühungen einzelner Menschen oder Gruppen, die ihre Nachbarn, Freunde und auch Fremde versteckt, ernährt und damit gerettet haben. Diesen heimlichen Rettern, vielfach unbekannten und bisher öffentlich nicht erwähnten Menschen mit Zivilcourage will Lustiger mit seiner Untersuchung ein Denkmal setzen. Nicht zuletzt deshalb, weil er sein Leben selbst solchen Rettungswiderständlern verdankt.
Oliver Guez hat ein ambitioniertes Projekt: Die deutsch-jüdische Geschichte will er rekapitulieren, angefangen beim Vorreiter jüdischer Assimilation und Bildungssucht Moses Mendelssohn bis hin zu Wladimir Kaminer, für den sein jüdisches Herkommen kaum mehr eine Rolle spielt. Die jüdischen Gemeinden in Deutschland wachsen, Synagogen und Gemeinden werden aufgebaut und die jüdische Stimme hat im politischen Diskurs Deutschlands im 21. Jahrhundert wieder eine hörbare Stimme. Ist das – nach Verfolgung und Ausrottungsbestrebungen der Nazis – nicht fast ein Wunder? Was hat die ehemals Verfolgten überhaupt dazu gebracht, in das Land ihrer Feinde und Häscher zurückzukehren?
Sind die Verbrechen der Nazis schon unter “normalen” Gesichtspunkten unfassbar, so ist es noch unfassbarer, wie und dass sich Ärzte in den Dienst dieses Regimes stellten. Der Brief von Dr. Sigmund Rascher an Heinrich Himmler ist nur ein Beispiel für die abartige Einstellung, mit der manche Ärzte Menschen als Versuchstiere benutzten.
Das am 14. Juli 1933 verabschiedete Gesetz, mit dem (siehe Bild) bei einer Reihe von erblich bedingten Erkrankungen die Zwangssterilisation der Betroffenen vorgesehen war, ging (bis auf den Fall des schweren Alkoholismuns) auf einen entsprechenden Gesetzentwurf zurück, der schon in der Weimarer Republik vorbereitet worden war.
In diesen Tagen findet in Mailand ein Veranstaltungszyklus mit dem Titel «Unexpected Israel» statt, der unter anderem den Schriftsteller David Grossman als Gastsprecher begrüßte. Begleitet wird diese Initiative von einer multimedialen Ausstellung auf dem Domplatz sowie von Fotografien, die die Via Dante in Richtung Castello Sforzesco säumen. Doch statt sich kritisch mit dem Status der Nation auseinanderzusetzen, vermitteln diese beiden Ausstellungen den Eindruck, als sei die Absicht der Initiative einzig die Förderung des Tourismus.
“Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.” Heines Zitat, in ganz anderem Zusammenhang – nämlich der Verbrennung des Korans – gebracht, sollte sich Jahrzehnte später als geradezu gespenstisch richtig erweisen.